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Wegen Korruptionsvorwürfen: Nigel Farage verlässt britisches Parlament

Der Chef von Reform UK Nigel Farage erklärt vor dem Hintergrund der Korruptionsvorwürfe seinen Rücktritt als Abgeordneter des britischen Parlaments. In seinem Wahlkreis muss daraufhin gewählt werden. Trotz des Rücktritts will Farage erneut kandidieren.
Wegen Korruptionsvorwürfen: Nigel Farage verlässt britisches ParlamentQuelle: Gettyimages.ru © Dan Kitwood

Nigel Farage hat seinen Rücktritt als Mitglied des britischen Parlaments angekündigt. Somit steht in seinem Wahlkreis Clacton in Südostengland eine Nachwahl an. In einer Videobotschaft am Dienstag betonte der Chef der Partei Reform UK, er werde trotz des Rücktritts bei dem Votum kandidieren.

Die Ankündigung erfolgte inmitten der Korruptionsvorwürfe gegen Farage. Laut Medienberichten soll der Politiker ein Geldgeschenk in Höhe von fünf Millionen Pfund Sterling (umgerechnet etwa 5,8 Millionen Euro) von Krypto-Milliardär Christopher Harborne erhalten haben, und zwar kurz vor seiner Wahl ins Parlament. Nach aktuellen Regeln müssen die Abgeordneten innerhalb von zwölf Monaten vor dem Einzug ins Parlament alle Geschenke und Spenden angeben, falls diese als politisch motiviert gelten könnten. Farage argumentierte jedoch, dass der Geldbetrag keinem politischen Ziel, sondern der Finanzierung seiner persönlichen Leibwache dienen sollte. Mittlerweile leitete der zuständige Ausschuss des House of Commons eine Ermittlung ein.

Diese Ermittlung bezeichnete Farage in seiner Rede als politisches Druckmittel. Nun werde er das Fünf-Millionen-Pfund-Geschenk brauchen, um sich bis zum Ende seines Lebens zu schützen. Der Politiker betrachte sich selbst als die aktuell am meisten physisch und verbal angegriffene Persönlichkeit des öffentlichen Lebens.

Farage hat seiner Ansicht nach nichts falsch gemacht und in keiner Weise gegen das Gesetz verstoßen. Seit den vergangenen zehn Jahren habe er eine Vielfalt von Tätigkeiten ausgeübt und sei dabei finanziell gut gefahren. Letztendlich sei es kein Verbrechen, Geld zu verdienen.

Nun liege es bei den Einwohnern von Clacton, über die Handlungen seines Parlamentsvertreters zu urteilen, führte Farage aus und betonte:

"Deshalb kandidiere ich bei dieser Nachwahl. Ich werde um einen Sieg kämpfen. Ich werde kämpfen, um die politische Revolution fortzusetzen, die Reform begonnen hat."

Die Nachwahl sieht Farage als Kampf zwischen "Volk und Establishment".

Am Rande des NATO-Gipfels in Ankara kritisierte der amtierende Premierminister Großbritanniens Keir Starmer den Schritt von Farage als "verzweifelten Trick" eines Politikers, der "bis zum Hals in Schmutz steckt". Reportern teilte Starmer mit:

"Politik sollte dazu dienen, das Leben von Millionen Menschen zu verbessern, nicht dem persönlichen Gewinn, nicht dem Verbergen dubioser Spenden. Ich denke, die Öffentlichkeit wird das genau so sehen, wie es ist."

Kemi Badenoch, die Vorsitzende der Conservative Party, meinte im Gespräch mit der Publikation Politico, dass Farage "unter dem Druck zusammenbricht", weil er "endlich einer kritischen Prüfung unterzogen wird". Die Nachwahl in Clacton sei eine Verschwendung von Steuergeld, die auch zweimal geschehen könnte, sollte der Parlamentsausschuss gegen Farage entscheiden.

In einem BBC-Bericht hieß es, dass die Nachwahl in Clacton den Steuerzahlern mehr als 230.000 Pfund Sterling (knapp 270.000 Euro) kosten könnte. Reform UK hat Farage zufolge vorgeschlagen, die Kosten zu decken, obwohl bislang nicht klar sei, ob das Angebot akzeptiert werde.

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