Europa

Britische Führung: "Koalition der Willigen" bereitet NATO-Absicherung der Meerenge von Hormus vor

Die britische Regierung organisierte ein Treffen von etwa 40 Staaten zur Gewährleistung der Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus. Die Londoner Initiative ähnelt der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine. Hinter den Kulissen wird ein NATO-Einsatz zur "Sicherung" von Hormus besprochen.
Britische Führung: "Koalition der Willigen" bereitet NATO-Absicherung der Meerenge von Hormus vor

Zunehmend steige der Druck auf die Europäer, den Schiffsverkehr am Persischen Golf abzusichern, meldete das Handelsblatt am Mittwoch. Nach Informationen der Zeitung, werde hinter den Kulissen bereits über einen NATO-Einsatz gesprochen. Dies habe das Handelsblatt von europäischen Diplomaten in Brüssel erfahren. Demnach werde aus NATO-Kreisen verlautbart:

"Es spricht vieles dafür, das als Nato-Mission zu organisieren."

Amerikaner und Europäer seien in dem Fall am Einsatz beteiligt. Zur Sicherung der Meerenge von Hormus gab die Zeitung folgenden vorläufigen Plan wieder:

"Möglich wäre es demnach, die Mission zunächst als 'Koalition der Willigen', also als eine informelle Gruppe von Ländern, zu starten und sie dann auf dem Nato-Gipfel im Juli in Ankara in die Kommandostruktur der Allianz zu überführen."

Deutscher Beitrag

Am Mittwoch telefonierte Bundeskanzler Friedrich Merz mit US-Präsident Donald Trump über "die diplomatischen Bestrebungen zur Sicherung der Meerenge von Hormus". Schon vor dem Telefonat habe Merz "eine aktive deutsche Rolle bei der Friedenssicherung angeboten", so die Zeitung. Dazu habe der Kanzler mitgeteilt:

"Deutschland wird in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Hormus-Straße zu gewährleisten."

Nach den Israelisch-US-amerikanischen Angriffen auf Iran war zwischen Washington und den Europäern Streit ausgebrochen. Spanien hatte den USA die Nutzung der Militärbasen untersagt, Italien schränkte den Zugang zu einem Flughafen in Sizilien ein und Großbritannien erlaubte die Nutzung britischer Basen erst mit Verzögerung.

NATO-Generalsekretär Mark Rutte habe am Mittwoch im Weißen Haus versucht, den Konflikt unter den Bündnispartnern zu schlichten, erklärte das Handelsblatt den Grund seines Besuches. Rutte habe auch versucht, die US-Regierung von ihrer Austrittsdrohung aus der NATO abzubringen. Die Zeitung erläuterte:

"Die mögliche Nato-Mission in der Straße von Hormus könnte der 'Tribut' sein, der nötig sei, um Trump zu besänftigen, hieß es in Kreisen der Allianz."

Der ehemalige Staatschef der Niederlande kommentierte das Treffen mit dem US-Präsidenten beim TV-Sender CNN als Gespräch auf Augenhöhe: Mit Trump habe er eine "sehr offene Diskussion zwischen zwei Freunden" geführt. Aber der US-Präsident sei "eindeutig enttäuscht" gewesen über das transatlantische Bündnis. Ob die beiden "Freunde“ auch einen möglichen US-Austritt aus der NATO besprochen haben, teilte Rutte nicht mit. Auf Truth Social brachte Trump nach dem Treffen mit Rutte erneut seine Enttäuschung über die Verbündeten zum Ausdruck:

"Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen."

Die Initiative der Briten

In der vergangenen Woche organisierte die britische Regierung ein ein virtuelles Treffen der Außenminister aus etwa 40 Staaten zum Thema einer dauerhaften Gewährleistung der Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus. Neben den Außenministern aus mehrheitlich europäischen Staaten nahmen auch Vertreter von Australien, Kanada und Indien teil. Am Dienstag folgte ein Treffen von Militärvertretern der beteiligten Länder.

Die Initiative aus London ähnele der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine, stellte das Handelsblatt fest. Mit der Sicherung der Meerenge werde man aber erst nach dem Ende der Kampfhandlungen zwischen Iran und den USA sowie Israel beginnen. Großbritannien habe sich schon bereit erklärt, bei der Minenräumung in der Meerenge zu helfen. Mit Hinblick auf deutsche Beiträge in der Straße von Hormus, erklärte eine Sprecherin des Bundesverteidigungsministeriums am Mittwoch, die Bundeswehr sei "in vielfältigen Bereichen befähigt und ausgebildet". Für die Skizzierung konkreter Vorhaben sei es aber derzeit noch zu früh.

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