
Medien: Angehörige vermisster Soldaten protestieren auf dem Maidan
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind Angehörige vermisster Soldaten der Streitkräfte erneut auf die Straße gegangen. Die Kundgebung fand auf dem Maidan im Stadtzentrum statt.
Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ukrinform sowie der Abgeordneten Anna Skorochod beteiligten sich mehrere Dutzend bis über hundert Menschen an der Aktion. Auf Fotos und Videos sind überwiegend Frauen und Kinder zu sehen, die Bilder ihrer vermissten Angehörigen tragen und sich in die ukrainischen Nationalfarben gehüllt haben.

In ihrem Telegram-Beitrag schrieb Skorochod:
"Derzeit findet auf dem Unabhängigkeitsplatz eine Aktion zur Unterstützung der Familien von Vermissten aus verschiedenen Brigaden statt … Wir sehen, wie viele Menschen sich heute hier versammelt haben. Wie viel Schmerz sie haben und wie viele Fragen weiterhin unbeantwortet bleiben."
Die Demonstranten fordern unter anderem, vermisste Soldaten bei Entschädigungszahlungen rechtlich den Gefallenen gleichzustellen. Zudem verlangen sie mehr Transparenz über das Schicksal ihrer Angehörigen sowie eine Intensivierung der Suchmaßnahmen und die Bergung gefallener Soldaten vom Schlachtfeld.
Auf Videoaufnahmen ist außerdem zu hören, wie Teilnehmer dazu aufrufen, Kommandeure der Streitkräfte der Ukraine zur Verantwortung zu ziehen, die für die hohen Verluste verantwortlich gemacht werden. Nach Angaben von Skorochod ist insbesondere das 225. separate Sturm-Bataillon von schweren Verlusten betroffen.
Ähnliche Kundgebungen von Angehörigen vermisster oder gefangener Soldaten finden in der Ukraine regelmäßig statt. Bereits Ende Oktober des vergangenen Jahres kam es zu einer vergleichbaren Aktion in Kiew.
In ukrainischen Medien wird zudem gelegentlich berichtet, dass für die Aufnahme in Austauschlisten von den Familien der Soldaten nicht selten Bestechungsgelder verlangt werden. Den Berichten zufolge seien die Behörden in erster Linie an der Rückkehr besonders "medienwirksamer" Personen interessiert, während das Schicksal anderer Bürger weniger Beachtung finde.
Zugleich wird kritisiert, dass die Behörden den Tod von Soldaten oft nicht zeitnah bestätigen. Ukrainische und internationale Analysten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass die offiziell von Kiew genannten Verluste vermutlich deutlich niedriger angesetzt sind. Einige Experten gehen zudem davon aus, dass die Identifizierung gefallener Soldaten bewusst verzögert werden könnte, um Entschädigungszahlungen hinauszuzögern.
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