Europa

"Selbst Italien könnte im Dunkeln sitzen": Meloni warnt vor Energiekrise durch Nahost-Eskalation

Italiens Premierministerin Giorgia Meloni warnt vor Energieengpässen infolge der Nahost-Eskalation. Störungen im Persischen Golf und blockierte Seewege könnten Preise treiben – im Extremfall drohe selbst Italien ein Energiemangel.
"Selbst Italien könnte im Dunkeln sitzen": Meloni warnt vor Energiekrise durch Nahost-Eskalation© Urheberrechtlich geschützt

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat vor möglichen Engpässen bei der Energieversorgung gewarnt. Eine Eskalation der Lage im Nahen Osten könnte demnach dazu führen, dass selbst Italien nicht mehr ausreichend mit Energie versorgt wird. "Selbst Italien könnte im Dunkeln sitzen", erklärte Meloni in einer auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlichten Stellungnahme:

"Wenn die Instabilität in den Ländern des Persischen Golfs zunimmt, wirkt sich das auf die Energiepreise, die Unternehmen, die Arbeitsplätze und letztlich auf die Kaufkraft der Familien aus. Und wenn sich die Lage weiter verschärft, könnten wir in eine Situation geraten, in der uns die gesamte benötigte Energie fehlt – auch in Italien."

Die Auswirkungen sind bereits spürbar. So berichtete die Zeitung Corriere della Sera über erste Einschränkungen bei der Betankung von Flugzeugen an vier italienischen Flughäfen: Mailand-Linate sowie Venedig, Treviso und Bologna. Diese Maßnahmen gelten als frühes Signal wachsender Spannungen auf den Energiemärkten.

Die Regierungschefin verwies darauf, dass die Staaten des Persischen Golfs rund 15 Prozent der italienischen Ölimporte decken. Ein Rückgang der Förderung oder Störungen in den Lieferketten würden sich unmittelbar auf die Preise für Kraftstoffe, Strom und Waren auswirken.

Anfang April reiste Meloni kurzfristig in die Golfregion. Sie führte Gespräche mit den Führungsspitzen von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar. Im Mittelpunkt standen die Stärkung der Energiekooperation, Maßnahmen zur Deeskalation sowie die Wiederherstellung der freien Schifffahrt – insbesondere in der Straße von Hormus. Meloni präzisierte:

"Ich habe mit ihnen besprochen, wie wir die Zusammenarbeit stärken, zur Deeskalation beitragen und so schnell wie möglich die Freiheit der Schifffahrt auf den Routen wiederherstellen können, von denen Energie, Handel und Stabilität abhängen – beginnend mit der Straße von Hormus."

Parallel dazu versuchen mehrere EU-Staaten, ihre Energiesicherheit zunehmend eigenständig zu gewährleisten. Wie das Magazin Politico berichtet, warten besonders verwundbare Länder wie Italien und Belgien nicht mehr auf eine einheitliche Lösung der Europäischen Union, sondern setzen auf eigene Absicherungsstrategien und neue Lieferabkommen. Auch die Zeitung Corriere della Sera verweist auf das Fehlen einer gemeinsamen europäischen Linie angesichts der sich zuspitzenden Energiekrise.

Hintergrund dieser Warnung Melonis sind die zunehmenden Spannungen rund um Iran. Am 28. Februar begannen die USA und Israel mit Angriffen auf Ziele in Iran, darunter auch auf die Hauptstadt Teheran. Washington begründete die Operation damit, dass es notwendig sei, Raketen- und nukleare Bedrohungen zu neutralisieren. Teheran reagierte mit Gegenschlägen auf israelisches Gebiet sowie auf US-Stützpunkte in der Region.

Infolge der Eskalation ist der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus nahezu zum Erliegen gekommen. Die Meerenge zählt zu den wichtigsten Routen für den globalen Transport von Öl und Flüssiggas: Rund 20 Prozent der weltweiten Lieferungen passieren normalerweise diesen Seeweg.

Die aktuellen Entwicklungen treiben die Energiepreise weltweit nach oben und erhöhen den Druck auf die europäischen Volkswirtschaften. Vor diesem Hintergrund wächst die Sorge, dass sich die Energiekrise weiter verschärfen und die Versorgungssicherheit innerhalb der EU zunehmend gefährden könnte.

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