Europa

Kirill Dmitrijew: EU ist 15 Jahre zu spät, um sich auf Energieschock vorzubereiten

Die EU habe keine wirklichen Lösungen für die aktuelle Energiekrise, erklärte der Gesandte des Kremls, Kirill Dmitrijew. Brüssel sei inzwischen zu spät dran, um sich angemessen auf einen Versorgungsschock vorzubereiten.
Kirill Dmitrijew: EU ist 15 Jahre zu spät, um sich auf Energieschock vorzubereiten© Urheberrechtlich geschützt

Am Freitag gab EU-Energiekommissar Dan Jørgensen der Financial Times ein Interview. Darin erklärte er, der Krieg der USA und Israels gegen Iran werde wahrscheinlich "strukturelle, langfristige Auswirkungen" auf die Energiesicherheit der Union haben. Brüssel bereite sich auf "Worst-Case-Szenarien" vor und prüfe "alle Möglichkeiten", einschließlich der Freigabe strategischer Ölreserven und einer möglichen Rationierung von Flugbenzin oder Diesel.

In Reaktion darauf äußerte sich der Gesandte des Kremls, Kirill Dmitrijew, am Freitag auf X. Der Sonderbeauftragte von Präsident Wladimir Putin für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit schrieb: 

"Immer noch nur Warnungen, KEINE WIRKLICHEN LÖSUNGEN.

Die EU warnt 15 JAHRE ZU SPÄT, dass sie nicht auf einen 'langanhaltenden Energieschock' vorbereitet ist. Die EU hat es versäumt, ihre Energielieferungen zu diversifizieren, geleitet von russophober, grüner und woker Ideologie."

Zwischen 2009 und 2011 führte die EU eine Reihe von Energiereformen durch. Damit sollte der Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigt und eine Diversifizierung weg von einzelnen Lieferanten wie Russland erreicht werden.

In seinem Interview hatte EU-Kommissar Jørgensen eine Rückkehr zu russischen Energieimporten ausgeschlossen. Ihm zufolge werde die EU an ihren Plänen festhalten, die Einfuhr von russischem Flüssigerdgas (LNG) bis Ende 2026 einzustellen. Die USA und "andere Partner" würden zusätzliche Lieferungen bereitstellen.

Brüssel wird zudem die Einfuhr von russischem Pipelinegas bis zum Herbst 2027 auslaufen lassen. Nach offiziellen Angaben entfielen im Jahr 2025 noch immer schätzungsweise 13 Prozent der gesamten EU-Gasimporte auf Russland.

Im vergangenen Monat warnte Präsident Wladimir Putin, Russland könne sich vom EU-Gasmarkt zurückziehen und seine Lieferungen in "Schwellenländer" umleiten, ohne das Inkrafttreten des Brüsseler Verbots abzuwarten. Die Energiekrise in der EU sei das Ergebnis der "fehlgeleiteten Politik", die der Block über "viele Jahre" hinweg verfolgt habe, so Putin.

Der Konflikt im Nahen Osten hat die globalen Lieferketten unterbrochen und die Energiemärkte in Aufruhr versetzt. Am Donnerstag stieg der Rohölpreis auf rund 111 Dollar pro Barrel. Gleichzeitig stieg der Gaspreis in der EU auf rund 50 Euro (58 Dollar) pro MWh – ein Anstieg von 56 Prozent gegenüber Februar.

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