Europa

Rekordverbrauch an LNG in Europa – Russland auf Platz drei unter den Lieferanten

Laut Marktforschungsunternehmen erreichten die Liefungen von russischem LNG in die EU im März einen historischen Höchststand. Grund dafür war unter anderem der Lieferstopp aus dem Nahen Osten.
Rekordverbrauch an LNG in Europa – Russland auf Platz drei unter den LieferantenQuelle: Sputnik © RIA Nowosti/Sergei Krasnouchow

Russland hat im März den Export von Flüssigerdgas in die Länder der Europäischen Union im Vergleich zum März des Vorjahres um 38 Prozent gesteigert. Dies geht aus Daten des europäischen Forschungsinstituts Bruegel hervor. Das Versandvolumen im vergangenen Monat war das höchste seit Beginn der Lieferungen russischen Flüssigerdgases nach Europa. Die Nachrichtenagentur TASS berichtet dazu:

"Russland belegte im ersten Quartal nach Norwegen und den USA den dritten Platz bei den Gaslieferungen in die Länder der Europäischen Union, wie aus Berechnungen der TASS auf der Grundlage von Daten des europäischen Forschungsinstituts Bruegel hervorgeht. Diesen zufolge beliefen sich die Gesamtlieferungen von russischem Gas in die EU im Zeitraum Januar bis März auf rund 11,5 Milliarden Kubikmeter. Das ist zwar weniger als die Lieferungen aus Norwegen (25,2 Milliarden Kubikmeter) und den USA (22,7 Milliarden Kubikmeter), aber mehr als aus Algerien (9,7 Milliarden Kubikmeter). Insgesamt importierten die EU-Länder im ersten Quartal 81,1 Milliarden Kubikmeter Gas, was laut den Daten von Bruegel einem Anstieg von 8,3 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2025 entspricht."

Dabei belegte LNG mit einem Anteil von 33,4 Prozent den ersten Platz unter den Gasquellen für Europa. Der Anstieg der Einkäufe erfolgt vor dem Hintergrund sinkender Gasvorräte in den Untergrundspeichern der EU. Stand 1. April waren diese auf unter 28 Prozent gesunken, was einen der niedrigsten Werte für diesen Zeitraum seit Beginn der Aufzeichnungen darstellt. Hauptfaktoren für die Rekordkäufe von LNG waren die lang anhaltende Heizperiode und die Erwartung eines Defizits auf dem Gasmarkt, so die Medien. Experten sind der Ansicht, dass die jetzige Rückkehr der EU zu Käufen von russischem Gas durch die Kriegshandlungen im Nahen Osten sowie durch die massive Energiekrise bedingt ist – die Länder der Gemeinschaft streben es an, sich im Rahmen langfristiger Verträge mit russischem Gas zu versorgen. Die allerdings bald verboten werden.

In einem Interview mit der Zeitung Financial Times erklärte Energiekommissar Dan Jørgensen, dass es zunächst keine Änderungen in der EU-Gesetzgebung geben werde, die darauf abzielen, die LNG-Importe aus Russland im Jahr 2026 einzustellen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die EU den zuvor beschlossenen Plan aufheben wird: Das bereits geltende Verbot neuer Verträge über LNG-Lieferungen mit Russland, das Verbot von LNG-Lieferungen im Rahmen von Kurzzeitverträgen ab dem 25. April 2026 und schließlich das Verbot von LNG im Rahmen von Langzeitverträgen ab dem 1. Januar 2027. Zudem wird ab dem 17. Juni 2026 der Kauf russischen Pipelinegases im Rahmen kurzfristiger Verträge verboten. Der EU-Kommissar warnte:

"Es wird eine lange Krise sein, (…) die Preise für Energieressourcen werden sehr lange Zeit hoch bleiben."

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