Europa

Ungarn: Telefon des Außenministers abgehört – ukrainische Spur vermutet

Ein proukrainischer Journalist in Ungarn soll die Telefonnummer des Außenministers Péter Szijjártó an einen ausländischen Geheimdienst weitergeleitet haben. Szijjártó vermutet eine "ukrainische Spur", Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán spricht von einem feindlichen Angriff auf das Land.
Ungarn: Telefon des Außenministers abgehört – ukrainische Spur vermutetQuelle: Gettyimages.ru © Thierry Monasse

Das Telefon des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó soll von einem ausländischen Geheimdienst abgehört worden sein. Zoltán Kovács, Pressesprecher der ungarischen Regierung, berichtete am 23. März auf X, dass eine geleakte Audioaufnahme diesen Verdacht erhärte. Demnach habe der ungarische Journalist Szabolcs Panyi Szijjártós Telefonnummer an einen "ausländischen Geheimdienst" weitergeleitet. Kovács schrieb in Bezug auf die geleakte Audioaufnahme:

"Panyi sagt: 'Ich gab ihnen zwei Nummern... sie sehen diese zwei auch' und beschreibt ein System, bei dem nachverfolgt werden kann, wer wen wann anruft, was eine aktive Überwachung der Kommunikation des Ministers impliziert."

Der Regierungssprecher räumte ein, dass Panyi das Urprungsland des involvierten Geheimdienstes in der Aufnahme nicht benannt habe. Er betonte aber, dass auf jeden Fall eine ernsthafte Beeinträchtigung der Arbeit des ungarischen Außenministeriums vorgelegen habe:

"Die Unterhaltung macht deutlich, dass eine ausländische Instanz Zugang zu Szijjártós Anrufen hatte."

Kovács hob zudem Panyis Verbindungen zur oppositionellen Tisza-Partei hervor. Der Journalist soll in dem Gespräch die mit dem amtierenden Regierungschef Ungarns nicht verwandte Anita Orbán, die in der Partei für den Außenministerposten kandidiert, als "Quasi-Freundin" bezeichnet haben.

Szijjártó selbst bezeichnete den Vorfall in einem Kommentar auf Facebook als schockierend und implizierte dabei eine Verwicklung der Ukraine:

"Schockierend, wie sie agieren: ungarische 'Journalisten', ausländische Geheimdienste, ukrainische Interessen."

Ungarns Außenminister betonte ebenfalls, dass Panyi über enge Verbindungen zur Tisza-Partei verfüge, und erklärte, dass diese eine "proukrainische Regierung" bilden wolle.

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán sprach von einem "Angriff auf Ungarn" und schrieb auf Facebook:

"Die Abhörung eines Regierungsmitglieds ist ein ernsthafter Angriff auf Ungarn. Ich habe den Justizminister angewiesen, die Angaben zur Abhörung von Peter Szijjártó sofort zu untersuchen."

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