Europa

Ehemaliger US-Regierungsberater Bolton: "Krieg gegen den Iran ist Europas Krieg"

Die atomare und terroristische Bedrohung durch den Iran sei für Europa viel größer als für die USA. Es sei ein Fehler, wenn Europa sich nicht am Krieg gegen den Iran beteilige, erklärte John Bolton. Als Gegenreaktion könne Trump den Europäern weitere Unterstützung im Ukraine-Krieg verweigern.
Ehemaliger US-Regierungsberater Bolton: "Krieg gegen den Iran ist Europas Krieg"© Euronews / https://www.youtube.com/watch?v=-B2NE5ms2lA

Am Donnerstag bezeichnete der ehemalige Sicherheitsberater der US-Regierung, John Bolton, den Iran-Konflikt als "Europas Krieg". Schließlich seien die Europäer sogar noch stärker von iranischen Atomangriffen bedroht, als die USA.

Im Interview mit Euronews sagte Bolton: "Europa ist genauso stark, wenn nicht sogar stärker, von nuklearen Angriffen bedroht, sollte der Iran Atomwaffen erhalten." "Es verfügt über die Raketenkapazitäten, um Mittel- und Osteuropa zu treffen – nicht die Vereinigten Staaten." Zudem seien die Europäer auch viel mehr durch iranische Terrorangriffe gefährdet, als die USA. 

Sollten die Europäer sich weiterhin aus dem Iran-Krieg heraushalten, sei das im Gegenzug eine Einladung an Donald Trump, sich aus dem Ukraine-Krieg zurückzuziehen. Der ehemalige Regierungsberater führte aus: "Und dass einige europäische Staatschefs sagen, 'es ist nicht Europas Krieg', ist einfach eine Einladung an Donald Trump zu sagen, 'okay, schön, das ist nicht Europas Krieg, und wisst ihr was, der ukrainische Krieg ist nicht Amerikas Krieg' ". 

Insofern sei der mangelnde politische Wille der Europäischen Union, sich am Krieg gegen den Iran zu beteiligen, ein Fehler. Für ihn sei Trumps Ziel im Iran trotz widersprüchlicher Aussagen des US-Präsidenten weiterhin ein Regimewechsel im Iran. Dieses Ziel müsse mit Geduld und Hartnäckigkeit verfolgt werden, so der ehemalige US-Regierungsberater. Insbesondere müsse man iranische Politiker überzeugen, die Seite zu wechseln. Diesbezüglich erklärte Bolton:

"Dabei [beim Regimewechsel] geht es nicht darum, dass möglichst viele Menschen auf den Straßen protestieren. Es geht darum, mit Figuren im Regime zu arbeiten, die am Ende nicht mit dem Schiff untergehen wollen und rechtzeitig die Seite wechseln werden."

Der ehemalige Präsidentenberater wurde von Euronews auch gefragt, ob die USA auch Bodentruppen im Iran einsetzen würden. Zwar habe Trump dies am Donnerstag noch ausgeschlossen,  erklärte Bolton. Aber wer wisse schon, was dieser als Nächstes sagen werde: "Wir werden sehen, wie sich die Lage entwickelt."

Falls die Lage sich nicht so gut entwickeln würde, für den US-Präsidenten – ob die USA dann das größte diplomatische Desaster seit Jahrzehnten erlebten, wollte eine Journalistin am Ende noch wissen. Trump werde in jedem Fall einen Sieg verkünden, unabhängig davon, wie sich die Lage entwickle. Aber wenn das iranische Regime trotz aller Angriffe überleben würde, würde die atomare Bedrohung durch den Iran wieder aufleben. Bolton prognostizierte:

"Wenn das Regime überlebt, egal wie viel Schaden ihm zugefügt wurde, wird es sich wieder aufbauen, und die nukleare Bedrohung und die Terrorismusgefahr werden einfach zurückkehren."

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