Europa

Energiesicherheit: Ungarn und Slowakei vereinbaren Bau einer eigenen Pipeline

Ungarn und die Slowakei wollen gemeinsam eine Pipeline für Benzin und Diesel bauen, um für mehr Energiesicherheit zu sorgen. Das Projekt soll zwei Raffinerien in den beiden EU-Binnenstaaten mit einem 127 Kilometer langen Rohr verbinden und im Jahr 2027 in Betrieb gehen.
Energiesicherheit: Ungarn und Slowakei vereinbaren Bau einer eigenen PipelineQuelle: www.globallookpress.com © Attila Volgyi / XinHua

Budapest und Bratislava haben an diesem Montag ein ehrgeiziges Energieprojekt beschlossen. Die beiden EU-Binnenstaaten wollen gemeinsam eine Pipeline für Erdölprodukte wie Benzin und Diesel bauen, die ihre Energieversorgung besser und sicherer machen soll.

Nach Angaben der ungarischen Regierung handelt es sich um eine 127 Kilometer lange Rohrleitung, welche eine der wichtigsten Erdölraffinerien im Land mit einer in der Slowakei verbinden wird. Somit sollen über die Pipeline zwischen den strategisch wichtigen Anlagen in den Städten Százhalombatta und Bratislava bis zu 1,5 Millionen Tonnen Benzin und Diesel im Jahr gepumpt werden. Das Projekt wird voraussichtlich im ersten Halbjahr 2027 in Betrieb gehen.

Ungarns Außenminister Péter Szijjártó betonte in diesem Zusammenhang, dass sowohl sein Land als auch die Slowakei dank dieser Pipeline viel besser vor "Erpressungen seitens der Ukraine und mit Unterstützung von Berlin und Brüssel" geschützt wären. Damit meinte der Politiker den seit dem 27. Januar andauernden Ausfall von Erdöllieferungen aus Russland über die Pipeline Druschba.

Das slowakische Energieministerium seinerseits nannte die Verlegung der Pipeline zwischen Bratislava und Százhalombatta einen Schritt vorwärts auf dem Weg zu einer stabileren Brennstoffversorgung in Zentraleuropa. Dabei wurde besonders betont, dass die jüngsten Unterbrechungen bei Erdöllieferungen in die Region die Verwundbarkeit der Energieinfrastruktur aufgezeigt hätten. Es sei wichtig, Routen und Quellen in der Versorgungskette zu diversifizieren.

"Die neue Pipeline für Erdölprodukte sollte die Flexibilität bei der Versorgung verbessern und effizientere Transporte von Brennstoffen zwischen den Raffinerien in den beiden Ländern ermöglichen."

Die Entscheidung der beiden Regierungen fiel mitten in den Spannungen um die Erdölleitung Druschba. Die Ukraine hatte den Hahn noch am 27. Januar zugedreht. Als Grund für diesen Schritt wurde eine Beschädigung der Pipeline infolge eines russischen Angriffs genannt. Drei Wochen nach dem Vorfall sagte der slowakische Regierungschef Robert Fico unter Berufung auf die einheimischen Geheimdienste, dass die beschädigte Stelle schon repariert worden sei, während die Regierung in Kiew die Pipeline absichtlich nicht wieder in Betrieb nehme. Der Politiker bat die Europäische Kommission darum, eine Beobachtermission in die westukrainische Stadt Brody zu entsenden, um die angeblichen Schäden zu inspizieren. Dabei warnte Fico: Sollte sich der Versuch einer politischen Erpressung wie im Fall von Gaslieferungen bestätigen, würde die Slowakei allmählich das Interesse daran verlieren, die Regierung in Kiew zu unterstützen. Auch Ungarn warf der Ukraine Erpressung vor. Das Land blockierte vorübergehend das 27. Sanktionspaket gegen Russland und ein 90 Milliarden Euro schweres Darlehen an die Ukraine. Die beiden Länder stellten außerdem die Diesellieferungen in die Ukraine ein.

Mehr zum Thema – Erpresst jetzt auch Wadephul Ungarn?

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.