Europa

"Wo ist dieser Viktor geblieben?" – Ukrainischer Ex-Präsident Juschtschenko richtet Appell an Orbán

In einer öffentlichen Ansprache an Viktor Orbán rief Wiktor Juschtschenko ihn dazu auf, sich an die Vergangenheit zu erinnern und die Unterstützung des "Aggressors" einzustellen. Laut dem ehemaligen ukrainischen Präsidenten wird die Geschichte denen, die dem Bösen geholfen haben, nicht verzeihen.
"Wo ist dieser Viktor geblieben?" – Ukrainischer Ex-Präsident Juschtschenko richtet Appell an OrbánQuelle: Sputnik © Jewgeni Kotenko

Der ehemalige Präsident der Ukraine Wiktor Juschtschenko hat auf seiner Facebook-Seite einen offenen Brief an den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán veröffentlicht.

Juschtschenko veröffentlichte zudem ein Foto, auf dem er zusammen mit Orbán zu sehen ist – nach seinen Worten "zu einer Zeit, als uns die Zukunft unserer Region gemeinsam, klar und vielversprechend erschien". Juschtschenko schrieb:

"Heute betrachte ich Ihr Handeln und frage mich: Wo ist dieser Viktor geblieben? Wie kam es, dass ein Mann, der die Entstehung eines freien Ungarns miterlebt hat, heute den Kräften in die Hände spielt, die die Freiheit seines Nachbarn zerstören wollen? Die Ukraine blutet heute für dieselben Werte, über die wir einst am Verhandlungstisch gesprochen haben. Wir verteidigen nicht nur unser Land, wir verteidigen den Frieden und Ihr Land sowie ganz Europa."

Er forderte Orbán zudem auf, innezuhalten und sich "daran zu erinnern, wer Sie einmal waren". Juschtschenko schrieb:

"Politik ist nicht nur Zahlen, Profit oder Gas. Sie steht über allen Werten. Indem du dich auf die Seite des Aggressors stellst, verratest du nicht nur die Ukraine – du verrätst das Andenken deines Volkes, das weiß, was sowjetische Panzer in den Straßen von Budapest bedeuten."

In Ungarn hatte am 23. Oktober 1956 ein bewaffneter Aufstand gegen das dortige prosowjetische Regime begonnen. Es wurde bis Mitte November von sowjetischen Truppen vollständig niedergeschlagen.

Orbán war in seiner Jugend ein antisowjetischer Aktivist gewesen. Er merkte an, dass Budapest damals "nach der Pfeife tanzen musste, die Moskau blies".

Die Beziehungen zwischen der Ukraine und Ungarn bleiben angespannt. Budapest blockiert die Vergabe eines EU-Kredits in Höhe von 90 Milliarden Euro. Die Ukraine hat ihrerseits den Transit russischen Öls durch die Druschba-Pipeline blockiert. Orbán warf der Ukraine vor, Pläne zur Störung des ungarischen Stromnetzes zu hegen, und ordnete an, das Militär zum Schutz der kritischen Energieinfrastruktur einzusetzen.

Der ukrainische Machthaber Wladimir Selenskij behauptete, dass "ein einziger Mensch" den EU-Kredit in Höhe von 90 Milliarden Euro an Kiew blockiere, und sprach davon, seine Kontaktdaten an das ukrainische Militär weiterzugeben. Die Europäische Kommission bezeichnete Selenskijs Drohungen als inakzeptabel, während Orbán von Drohungen gegen seine Familie berichtete, darunter auch seine Enkelkinder.

Mehr zum Thema – "Wir wissen, wo er wohnt und wo er schläft": Ukrainischer Ex-General droht Orbán

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.