
Island plant Referendum über Wiederaufnahme der EU-Beitrittsgespräche

Island wird im August dieses Jahres ein Referendum über die Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche mit der Europäischen Union abhalten. Die Regierung hat am Freitag einen entsprechenden Antrag dem Parlament vorgelegt. Darin wurde vorgeschlagen, einen ursprünglich bis spätestens 2027 geplanten Volksentscheid am 29. August zu organisieren.

Sollten die Isländer mit "Ja" stimmen, wird Reykjavik die Beitrittsverhandlungen wiederaufnehmen. Nach deren erfolgreichem Abschluss wird ein zweites Referendum durchgeführt, bei dem das Volk über den tatsächlichen EU-Betritt entscheiden soll.
Island, ein vollwertiges NATO-Mitglied ohne eigene Streitkräfte, hatte bereits früher versucht, sich der Europäischen Union anzunähern. Im Jahr 2009 beantragte Reykjavik inmitten der globalen Finanzkrise die EU-Mitgliedschaft, doch 2013 wurden die Verhandlungen eingefroren. Ferner wurde der Antrag de facto zurückgezogen und der Kandidatenstatus aufgehoben. Diese Entscheidung wurde maßgeblich durch Streitigkeiten mit Großbritannien über die Fischereiindustrie und die Androhung von EU-Handelssanktionen gegen den Inselstaat beeinflusst.
Aktuell kommt die Idee eines EU-Beitritts wieder in Schwung, wegen der geopolitischen Spannungen durch den Ukraine-Konflikt sowie angesichts wiederholter Drohungen von US-Präsident Donald Trump, das zwischen Island und den USA gelegene Grönland zu annektieren.
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