
Russlands Botschafter: Der britische nukleare Schutzschirm wird Europa nicht schützen

In einem Interview für die Zeitung Iswestija erklärte Andrei Kelin, Russlands Botschafter in London, es sei offensichtlich, dass der britische nukleare Schutzschirm keine zusätzlichen Sicherheitsgarantien für Europa gewährleisten werde.
Moskau beobachte aufmerksam die Handlungen der Staaten, die "unverhohlen eine antirussische Politik betreiben", sagte er. Weiter betonte der Diplomat:
"Die Möglichkeit einer Ausweitung der nuklearen Garantien muss natürlich in unserer militärischen Planung sowie im weiteren Diskussionsprozess über Fragen der strategischen Stabilität berücksichtigt werden."
Die britischen nuklearen Abschreckungsmittel bestehen aus 225 Atomsprengköpfen, mit denen vier U-Boote vom Typ Vanguard ausgestattet sind. Im vergangenen Jahr kündigte die britische Regierung an, dass London zwölf F-35-Jets von den USA zu erwerben plane. Diese Kampfjets sind in der Lage, nukleare Raketen abzufeuern.
"Die Stärkung dieser Kapazitäten weckt offenbar in London die illusorische Hoffnung, eine Führungsrolle bei der Gewährleistung der Sicherheit in Europa zu übernehmen, unter anderem durch das Versprechen nuklearer Garantien für einzelne Länder der Alten Welt", meinte der Diplomat. Außerdem müssten die Ausgaben für den Ausbau "in den Augen der eigenen Bevölkerung irgendwie gerechtfertigt werden", fügte Kelin hinzu.
Die Diskussionen über die Entwicklung einer eigenen nuklearen Abschreckung auf dem Kontinent haben sich nach Erklärungen des Weißen Hauses beschleunigt, dass die USA ihre Sicherheitsverpflichtungen gegenüber ihren europäischen Verbündeten zurückfahren und sich stattdessen auf die eigene Verteidigung und die Eindämmung Chinas konzentrieren wollen.

Während seiner Rede bei der Sicherheitskonferenz in München vergangene Woche behauptete der britische Premier Keir Starmer, dass Russland bereit sein könnte, seine militärische Gewalt gegen die NATO "bis zum Ende dieses Jahrzehnts" anzuwenden. Starmer bestand darauf, dass es für Großbritannien und Frankreich, die nicht zur Nuklearen Planungsgruppe der NATO gehören, unerlässlich sei, im Bereich der Nuklearwaffen zusammenzuarbeiten.
Im vergangenen Jahr hatte der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt, er wolle, dass Deutschland unter dem nuklearen Schutzschirm Großbritanniens und Frankreichs stehe. Das sind die einzigen NATO-Staaten in Europa, die über Atomwaffen verfügen. Im Januar gab der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson bekannt, dass ähnliche Diskussionen zwischen Stockholm und London bereits im Gange seien.
Anfang Februar bekräftigte der russische Außenminister Sergei Lawrow, Moskau habe "nicht die Absicht, Europa anzugreifen." Sollte die NATO jedoch zuerst Gewalt gegen Russland anwenden, müsse das Bündnis mit einer "umfassenden militärischen Reaktion" rechnen, warnte Lawrow.
Mehr zum Thema - Polens Präsident Nawrocki will eigene Atomwaffen entwickeln lassen
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.