
Britischer Experte: Russlands Luftabwehr durch Ukraine-Krieg noch stärker geworden

Wie der Business Insider am Wochenende berichtete, könnte Russlands Luftverteidigung für die NATO-Luftstreitkräfte eine größere Herausforderung darstellen als vor der Eskalation des Ukraine-Konflikts im Februar 2022. Die US-Nachrichtenseite bezieht sich dabei auf den Bericht des Luftwaffenexperten Justin Bronk für das Royal United Services Institute, einen britischen Thinktank für Verteidigung.
Darin konstatiert Bronk, dass Russland nicht nur weiterhin über ein großes Arsenal an Luftverteidigungssystemen verfüge, sondern seine leistungsstärksten Systeme auch weiterhin produziere. Zudem habe sich die Fähigkeit Russlands, diese Systeme einzusetzen, durch die Kampferfahrungen verbessert.

"Russische Flugabwehrraketen sind im Kampf gegen ukrainische Flugzeuge, Drohnen und Lenkwaffen wie die AGM-88 HARM (High-Speed Anti-Radiation Missile) und die GMLRS-Raketenartillerie deutlich effektiver geworden. Dies ist auf umfangreiche Kampferfahrung und die seit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 gewonnenen Erkenntnisse zurückzuführen. Zu diesen Verbesserungen zählen Software-Updates zur Steigerung der Radarleistung gegen verschiedene Ziele, eine verbesserte Widerstandsfähigkeit gegen elektronische Kampfführung, die Weiterentwicklung von Taktiken, Techniken und Verfahren (TTPs) sowie in einigen Fällen die Einführung neuer Hardware wie der SA-28 (S-350 Witjas) in den regulären Dienst", heißt es in Bronks Bericht.
Russlands Boden-Luft-Raketensysteme seien laut dem Briten "nicht nur weiterhin zahlreich, sondern dürften in einem hypothetischen direkten Konflikt gegen NATO-Flugzeuge und -Munition auch effektiver sein als vor 2022."
In einem Interview für Business Insider zu dem Bericht erklärte Bronk, die russischen Streitkräfte seien "deutlich erfahrener" und hätten "durch Versuch und Experimentieren viel gelernt."
In einem europäischen Krieg könnte die NATO daher Schwierigkeiten haben, die russische Luftverteidigung zu überwinden und die Lufthoheit zu erlangen, die einen Eckpfeiler der westlichen Luftkriegsdoktrin darstellt.
Damit ihre Kampfjets frei operieren können, müsste die NATO Russlands dichtes Netz bodengestützter Luftverteidigungssysteme zerstören. Deren Umfang und verbesserte Koordination könnten eine ernsthafte Herausforderung darstellen, so Bronk, dessen Analyse auf Interviews mit westlichen Luftstreitkräften und Ministerien, Daten der ukrainischen Streitkräfte und öffentlich zugänglichen Informationen basiert.
Trotz Verlusten durch ukrainische Angriffe habe Russland noch immer mehrere hundert Luftabwehrbatterien im Einsatz, und modernere Varianten würden fortlaufend produziert.
Das schiere Ausmaß dieser Systeme sei ein Problem für die NATO in Europa. "Die größte Bedrohung für die NATO-Luftstreitkräfte" sei daher Russlands umfassende bodengestützte Raketenabwehr, so Bronk.
Der Krieg in der Ukraine habe deutlich gemacht, wie entscheidend bodengestützte Luftverteidigungssysteme sein können. Russland begann den Krieg mit dem größten Arsenal dieser Art in Europa, gefolgt von der Ukraine. Diese Größenordnung habe dazu beigetragen, dass keine der beiden Seiten die Lufthoheit habe erlangen können, so der Experte.
Während die NATO über kein vergleichbares Arsenal verfügt und bei der Produktion neuer Systeme hinterher hinkt und daher nicht in der Lage ist, die Ukraine ausreichend mit Luftabwehrsystem und den entsprechenden Raketen zu versorgen, arbeiten die russischen Streitkräfte laut Bronk zunehmend besser zusammen.
"Sowohl die russischen Kampfflugzeugbesatzungen als auch die Bediener der Boden-Luft-Raketensysteme sind deutlich kampferfahrener und insgesamt leistungsfähiger als noch vor Beginn der umfassenden Invasion."
Er erklärte, dass die Bedrohung für NATO-Flugzeuge in einem direkten Konflikt mit NATO-Streitkräften in Europa "heute deutlich besser koordiniert wäre als vor 2022". Durch das Zusammenspiel von bodengestützten Luftabwehrsystemen mit Kampfflugzeugen sowie Frühwarn- und Kontrollflugzeugen könnten die russischen Streitkräfte ukrainische Flugzeuge "auf Entfernungen beschießen, die die Boden-Luft-Systeme allein nicht hätten erfassen können."
Russland könnte ähnliche Strategien in einem Konflikt mit der NATO anwenden, "um westliche Flugzeuge in geringer Höhe auf größere Entfernungen zu bekämpfen", sagte Bronk.
Gleichzeitig verfügten die NATO-Luftstreitkräfte laut dem britischen Experten "über deutlich detailliertere und genauere Daten zu den Stärken, Schwächen, Taktiken und technischen Eigenschaften russischer Flugabwehrsysteme als vor 2022". Das sei von entscheidender Bedeutung.
Dadurch könne man Russlands bodengestützte Luftverteidigung besser verstehen. Und die Waffensysteme und Taktiken zu deren Bekämpfung existierten laut Bronk bereits, "wenn auch noch nicht in ausreichender Anzahl in Europa".
Letztendlich "wurden die russischen Luftverteidigungsfähigkeiten durch die Kampferfahrungen aus fast vier Jahren Einsatz gestärkt", und dies könnte vonseiten der NATO mehr Anstrengungen erfordern, um im Gefecht einen Durchbruch zu erzielen, sod as Fazit von Bronk.
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