Europa

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Kallas sieht die europäische Zivilisation nicht am Abgrund

Kaja Kallas wies spöttisch die Vorstellung zurück, Europa sei "woke", dekadent und dem Untergang geweiht, und betonte, dass viele Länder, darunter auch Kanada, weiterhin der EU beitreten möchten.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz: Kallas sieht die europäische Zivilisation nicht am Abgrund

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas wies auf der Münchner Sicherheitskonferenz in ihrer Rede Narrative scharf zurück, die Europa als schwach oder "woke" darstellen. Sie betonte, dass viele Länder weiterhin danach streben, der Europäischen Union beizutreten, und verdeutlichte Europas bleibende Relevanz in der Welt. 

Kallas behauptete, dass Europa ein Erfolgsmodell sei. "Wir Europäer wissen, worum es geht", sagte sie zur Eröffnung eines Panels mit dem Titel "Europäer, vereinigt euch". Dabei gehe es nicht nur um Lebensstandards, sondern auch um "die Lehren aus der Geschichte". Kallas zeigte sich überzeugt, dass es viele Staaten gebe, die sich der EU anschließen wollten. Sie verwies unter anderem auf eine Umfrage unter Kanadiern, von denen 40 Prozent angegeben hätten, der EU beitreten zu wollen. 

Sie nahm – wie andere europäische Regierungsvertreter – Bezug auf frühere Aussagen von US‑Vertretern auf der Konferenz und hob hervor, dass es Differenzen zu den USA gibt, betonte aber zugleich die Notwendigkeit weiterer Zusammenarbeit zwischen Europa und Washington. Die Rede des US-Außenministers Marco Rubio vom Vortag schätzte Kallas ambivalent ein. Zwar sei sie im Ton freundlich gewesen, doch dem Inhalt könne sie nicht uneingeschränkt zustimmen, etwa, wenn Rubio sagte, die europäische Zivilisation stehe am Abgrund. 

Sie forderte mehr Zusammenhalt und Stärke in der EU, insbesondere was Verteidigungsfähigkeit, strategische Autonomie und globale Partnerschaften betrifft. Europa müsse erkennen, wer es ist und wofür es steht, und diese Stärken ausspielen – wirtschaftlich genauso wie politisch.

Kallas unterstrich wiederholt die angebliche Bedrohung durch Russland und sagte, dass Russland trotz der Schwächung durch den Ukraine-Krieg weiterhin eine "ernsthafte militärische und wirtschaftliche Gefahr" darstelle.

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