Europa

"Politische Kurzsichtigkeit" Europas: Russland warnt vor einseitiger Isolierung

Kremlsprecher Peskow kritisiert Europas "politische Kurzsichtigkeit" im Umgang mit Russland. Dialog sei notwendig, Isolation irrational. Frankreich und Italien setzen auf Diplomatie, während die EU Bedingungen für ein Friedensabkommen an Moskau knüpft.
"Politische Kurzsichtigkeit" Europas: Russland warnt vor einseitiger IsolierungQuelle: Gettyimages.ru © Mordolff

Kremlsprecher Dmitri Peskow warf europäischen Politikern, die weiterhin einen Dialog mit Russland ablehnen, "politische Kurzsichtigkeit" vor. Zuvor hatte der litauische Präsident Gitanas Nausėda einige EU-Staaten kritisiert, die versuchen, "an die Tür des Kremls zu klopfen". In einem Interview mit dem litauischen Sender LRT sagte Nausėda, Diskussionen über eine Wiederaufnahme diplomatischer Kontakte mit Moskau untergraben die Einheit der EU:

"Wir müssen geschlossen handeln und nicht den einen oder anderen Vertreter schicken, um beim Kreml anzuklopfen oder an der Tür zu kratzen."

Peskow konterte, dass jeder europäische Staats- oder Regierungschef auf Wunsch eine direkte Verbindung zu Präsident Wladimir Putin erhalten könne. Der russische Präsident bevorzuge Kontakte "auch dort, wo es sehr ernste Gegensätze gibt", da der Dialog dabei helfe, Spannungen abzubauen. Politiker, die auf Isolation Russlands beharren, verharrten in einem "absolut kurzsichtigen, irrationalen und unsinnigen Ansatz", so Peskow weiter. Dies zeige "politische Unkenntnis, politische Kurzsichtigkeit – und sonst nichts".

Unterdessen setzen sich Staats- und Regierungschefs wie Emmanuel Macron und Giorgia Meloni für eine Wiederaufnahme der Diplomatie mit Moskau ein. Frankreich und Russland haben bereits Kontakte auf technischer Ebene wiederhergestellt, Top-Level-Gespräche seien jedoch nicht geplant, berichtete Peskow zuvor.

Der mögliche außenpolitische Kurswechsel erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Führungskräfte befürchten, dass die Isolationsstrategie sie daran hindern könnte, Einfluss auf von den USA vermittelte Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Konflikts zu nehmen.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erklärte, Brüssel erarbeite Forderungen an Moskau und werde einem Friedensabkommen nur zustimmen, wenn diese erfüllt seien. Russland wiederholt hingegen, dass es sich nicht zu einem Abkommen drängen lasse, das seine nationale Sicherheit untergräbt oder der Ukraine eine Pause verschafft, um ihre Streitkräfte wieder aufzubauen und die Feindseligkeiten zu erneuern.

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