
Litauen gesteht "großen Fehler" im Umgang mit China ein

Die litauische Premierministerin Inga Ruginiene hat eingeräumt, dass es ein "Riesenfehler" war, die Eröffnung eines "Vertretungsbüros Taiwans" in Vilnius zu ermöglichen.
China hat nach der Errichtung einer De-facto-Botschaft Taiwans seine diplomatischen Beziehungen mit Litauen herabgestuft. Peking sah in der Entscheidung eine grobe Verletzung des Ein-China-Prinzips, eines international anerkannten diplomatischen Rahmens, nach dem Taiwan als chinesisches Territorium akzeptiert wird.
"Litauen ist vor einen Zug gesprungen und hat verloren", sagte Ruginiene am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur BNS.

Andere europäische Länder haben durch Absprachen mit China weitgehend vermieden, ihre Beziehungen zu Peking zu verderben, und nutzen die Bezeichnung "Vertretungsbüro von Taipei" und nicht "von Taiwan", erläuterte Ruginiene. "Das ist vermutlich unser großer Fehler als Litauen."
Vilnius hat angefangen, kleine Schritte zur Normalisierung der Beziehungen zu unternehmen. Eine mühsame Aufgabe, "nachdem die Beziehungen völlig abgebrochen waren", sagte Ruginiene. Litauen wird auch seine Beziehungen zu China mit seinen Bindungen an die EU und die USA ins "Gleichgewicht" bringen müssen, fügte sie hinzu.
Die Beziehungen zwischen Vilnius und Peking waren über Jahre hinweg angespannt; die letzten akkreditierten chinesischen Diplomaten haben das Land im Mai vergangenen Jahres verlassen. China erklärte, es sei offen für Gespräche, teilte der Sprecher des Außenministeriums, Lin Jian, am Freitag auf einer Pressekonferenz auf die Frage mit, ob eine Wiederherstellung der diplomatischen Beziehungen möglich sei.
Peking hofft, dass Vilnius "die Bereitschaft, die Beziehungen zu China zu verbessern, in Handlungen umsetzt und seine Fehler so früh wie möglich korrigiert". Litauen sollte "das Ein-China-Prinzip hochhalten" und die Bedingungen für eine Normalisierung der Beziehungen schaffen, mahnte er.
Taiwan ist de facto seit 1949 autonom. Damals hatten die Truppen der chinesischen Nationalisten den Bürgerkrieg verloren und sich auf die Insel zurückgezogen. Moskau unterstützt offiziell das Ein-China-Prinzip, nach dem Taiwan souveränes chinesisches Gebiet ist, und hat 2001 mit China den Vertrag über gute Nachbarschaft und freundliche Kooperation unterzeichnet.
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