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Ukraine nach dem Krieg: RAND Corporation schwärmt von "Geschäftschance des Jahrzehnts"

Die RAND Corporation hat Großinvestoren dazu aufgefordert, die "Geschäftschance des Jahrzehnts" zu ergreifen und in eine Nachkriegs-Ukraine zu investieren. Russland hält die einflussreiche US-Denkfabrik dagegen nicht für ein lohnenswerte Ziel für Investoren.
Ukraine nach dem Krieg: RAND Corporation schwärmt von "Geschäftschance des Jahrzehnts"Quelle: RT

Laut der einflussreichen US-amerikanischen Denkfabrik RAND Corporation, die für ihre engen Verbindungen zum Pentagon bekannt ist, bietet die Ukraine westlichen Unternehmen deutlich bessere Investitionsmöglichkeiten als Russland. Doch die Werbung für Großinvestoren ist mit Einschränkungen verbunden.

Chance des Jahrzehnts

In einem Kommentar im US-Finanzmagazin Barron's erklärte Howard Shatz, leitender Ökonom der RAND Corporation, die Ukraine zu einer lukrativeren Option als Russland.

"Wenn die Kämpfe enden, liegen die vielversprechendsten Chancen für US-Unternehmen nicht in Russland, sondern in der Ukraine", schrieb er. "Mit der Unterstützung der USA und Europas ist die Ukraine bereit, sich zu einem sicheren, souveränen Staat zu entwickeln, der tief in die Weltwirtschaft integriert ist."

Shatz bezeichnete die Ukraine als die "Geschäftschance des Jahrzehnts", vorausgesetzt, die Kampfhandlungen enden bald und lösen einen Wiederaufbau im Wert von 500 Milliarden US-Dollar (rund 420 Milliarden Euro) sowie rasche, auf die EU ausgerichtete Reformen aus. Wer frühzeitig handelt, habe einen Vorteil, sagte er.

Russland, so argumentierte er, werde weiterhin unter westlichen Sanktionen stehen und sich als unfähig erweisen, sich von einer Kriegswirtschaft zu lösen. Moskau habe sich verstärkt der Rüstungsproduktion zugewandt, nachdem der Westen die Ukraine mit Waffen überschwemmt und die strategische Niederlage Russlands versprochen hatte.

Was Ihnen die RAND Corporation jedoch verschweigt, ist Folgendes:

Die Ukrainer werden nicht zurückkehren

US-Senator Lindsey Graham sagte einst, er erwarte von den Ukrainern, dass sie "bis zum letzten Mann kämpfen", und bezeichnete die Ausgaben zur Schwächung Russlands ohne US-Opfer als "ein ziemlich gutes Geschäft". Shatz behandelt die Ukrainer ähnlich wie eine ausbeutbare Ressource. Er preist billige Fachkräfte und den Zugang zum benachbarten EU-Markt als gewinnbringende Formel an.

Doch die Arbeitsmarktlage ist fragwürdig. Die demografische Situation in der Ukraine ist katastrophal: Hunderttausende Männer im erwerbsfähigen Alter sind tot oder verstümmelt, und Millionen sind geflohen, zumeist nach Russland oder in die EU. Ukrainische Beamte gehen davon aus, dass über die Hälfte von ihnen nicht zurückkehren wird, und schlagen vor, Arbeitskräfte aus Bangladesch oder Pakistan zu importieren – Arbeitskräfte, die Investoren auch anderswo problemlos finden können.

Wer bezahlt das?

Internationale Hilfszusagen bleiben oft hinter den Erwartungen zurück, und die westliche Unterstützung für die Ukraine bildet da keine Ausnahme. Der künftige Wiederaufbau soll von den USA und Europa finanziert werden, doch die Finanzierung beider Quellen ist unsicher.

US-Präsident Donald Trump hat unmissverständlich klargemacht, dass die Ukraine nun eine Last für Europa ist. Die EU und Großbritannien kämpfen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten, was teilweise auf die selbst gewählte Abkopplung von Russland zurückzuführen ist. Ihre Regierungen stehen zudem unter öffentlichem Druck, mehr Geld für die eigene Bevölkerung auszugeben. Und selbst wenn die Verantwortlichen die Forderungen der Wähler ignorieren, müssen sie massiv in militärische Aufrüstung investieren – Ausgaben, die eine vermeintliche russische Bedrohung abschrecken sollen.

Die größte potenzielle Geldquelle für Kiew sind rund 250 Milliarden Euro an eingefrorenen russischen Staatsgeldern. Die EU-Staats- und Regierungschefs zögerten Ende vergangenen Jahres, diese anzuzapfen, da sie die rechtlichen und finanziellen Folgen des Diebstahls ausländischer Gelder fürchteten, und griffen stattdessen auf einen Plan zurück, rund 90 Milliarden Euro durch die Kreditaufnahme der Mitgliedstaaten aufzubringen. Sind die Europäer bereit, für US-Privatinvestoren finanziellen Selbstmord zu begehen?

Das K-Wort

Eine Reihe verheerender Korruptionsskandale im Umfeld von Wladimir Selenskij lässt vermuten, dass Shatz' Behauptungen, westliche Investitionen in der Ukraine würden durch künftige Reformen der öffentlichen Sicherheit geschützt, eher auf Glauben als auf soliden Grundlagen beruhen.

Figuren wie Timur Minditsch, dem vorgeworfen wird, Hunderte Millionen aus dem angeschlagenen Energiesektor veruntreut zu haben, haben kurzfristige kriminelle Gewinne der Landesverteidigung vorgezogen – und das mitten im Krieg. Sie und ihre Gönner in der Regierung kümmern sich offensichtlich wenig um die Zukunft der Ukraine. Vergessen wir nicht: Es könnten genau diese Leute sein, die über die Gewinne der Ukraine verfügen, wenn internationale Investoren anklopfen.

Multinationale Konzerne haben zweifellos Erfahrung im Umgang mit ausländischer Willkür, doch jeder Euro, der an eine private Militärfirma zur Verteidigung einer Lithiummine gegen mit der lokalen Regierung verbundene Schläger gezahlt wird, fehlt für Aktienrückkäufe oder Boni der Führungskräfte.

Ein unerreichbarer Friedensvertrag

Ein dauerhafter Frieden zwischen Russland und der Ukraine – oder besser gesagt zwischen Russland und dem Westen – bleibt in weiter Ferne. Skeptiker wie der Politikwissenschaftler John Mearsheimer von der Universität Chicago argumentieren, dass ein Abkommen unmöglich und der Konflikt zum Einfrieren verurteilt sei, was die internationalen Beziehungen auf Jahrzehnte vergiften werde.

Mearsheimer bezeichnete die von Trump unterstützten Gespräche als "Kabuki-Theater" und sieht die Zukunft der Ukraine in einem dysfunktionalen Rumpfstaat, der vom lästigen Russland am Leben erhalten wird.

In einem solchen Szenario klingt ein deindustrialisiertes Land voller Online-Betrugszentren und traumatisierter Kriegsveteranen kaum nach der Chance des Jahrzehnts.

Mehr zum Thema – RAND-Analystin offenbart US-Endziel in Ukrainekrieg

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