Europa

Kaja Kallas beim EU-Gipfel: "Transatlantische Beziehungen haben schweren Schlag erlitten"

Kaja Kallas erklärt beim EU-Gipfel, die transatlantischen Beziehungen seien schwer angeschlagen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen fordert ihrerseits, die USA und Dänemark müssten "respektvoll zusammenarbeiten, ohne einander zu bedrohen". Und Ursula von der Leyen will Washington "auf entschlossene Weise einbinden".
Kaja Kallas beim EU-Gipfel: "Transatlantische Beziehungen haben schweren Schlag erlitten"© Urheberrechtlich geschützt

Am Donnerstagabend trafen sich die Staats- und Regierungschefs der EU zu einem Krisengipfel in Brüssel. Dabei erklärte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas am Donnerstag vor Journalisten:

"Die transatlantischen Beziehungen haben in der vergangenen Woche einen schweren Schlag gelitten."

Grund dafür seien die eskalierenden Spannungen mit den Vereinigten Staaten bezüglich Grönland und die inzwischen wieder von Trump zurückgenommenen Zollerhöhungen.

Gegenüber Reportern sagte Kallas, die Lage sei zunehmend unberechenbar geworden. Die EU-Außenbeauftragte erläuterte:

"An einem Tag ist es so, am nächsten Tag kann sich alles wieder ändern."

Aber Europa sei "nicht bereit, 80 Jahre guter Beziehungen zu zerstören." Mit ihrer Bewertung einer zunehmend unberechenbareren Lage bezog sich Kallas auf die wechselhaften Signale von US-Präsident Donald Trump, berichtete der Business Standard am Freitag. 

Dem Bericht zufolge, habe die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen nach dem Gipfeltreffen erklärt, dass die EU sich aktuell darum bemühe, Washington "auf entschlossene, aber nicht eskalierende Weise" einzubinden. Die einheitliche Haltung der EU in der Grönlandfrage habe zur Entspannung der Lage beigetragen, so von der Leyen.

Nachdem Trump acht europäischen Ländern, die einer Annektion Grönlands durch die USA widersprochen hatten, mit weiteren Zöllen von 10 Prozent gedroht hatte, hatte die EU für Donnerstagabend kurzfristig ein Krisengipfeltreffen einberufen.

Die EU hielt auch dann weiterhin an dem Krisengipfel fest, nachdem Trump am Mittwoch schließlich die Zollandrohung zurückgenommen hatte. EU-Politiker hielten den Gipfel für notwendig, berichtete der Guardian am Donnerstag, "um die umfassenderen transatlantischen Beziehungen mit einem unberechenbaren und unvorhersehbaren US-Präsidenten zu erörtern".

Auf dem Gipfel lobte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen die Einheit der EU. Sie stellte fest, es gebe "unsere Bereitschaft, für uns selbst einzustehen". Die NATO-Staaten würden eine dauerhafte Präsenz in der Arktis unterstützen. Das betreffe auch die Region um Grönland. Frederiksen erklärte, die dänische Souveränität stehe nicht zur Diskussion. Die USA und Dänemark müssten "respektvoll zusammenarbeiten, ohne einander zu bedrohen".

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