Europa

Dänen meiden US-Waren: Grönland-Streit per Einkaufswagen

Die Dänen boykottieren US-Produkte aus Protest gegen den Grönland-Konflikt und nutzen Apps wie "UdenUSA" für europäische Alternativen. Ökonomen sind jedoch skeptisch: Der dänische Boykott bleibt wirtschaftlich folgenlos.
Dänen meiden US-Waren: Grönland-Streit per EinkaufswagenQuelle: Legion-media.ru © Cristian Bonaviri

In Dänemark greifen Konsumenten zunehmend zu einer ungewöhnlichen Form des Protests: Sie meiden gezielt Produkte aus den USA. Anlass ist der politische Streit um Grönland, der die Gemüter im Königreich erhitzt hat. Mithilfe spezieller Apps können Käufer nun die Herkunft von Lebensmitteln im Supermarkt prüfen und Alternativen aus Europa auswählen.

Die 21-jährigen Entwickler Jonas Pipper und Malthe Hensberg haben dafür die Anwendung "UdenUSA" ("Ohne die USA") programmiert. Die Idee entstand, nachdem US-Präsident Donald Trump erstmals öffentlich erwogen hatte, Grönland zu übernehmen.

Inzwischen verzeichnet die App Platz 1 in der Kategorie "kostenlose Downloads" im dänischen App-Store. Sie schlägt Konsumenten gezielt europäische Produkte vor, um den Einfluss amerikanischer Waren zu verringern.

Bereits im Vorjahr hatten die Dänen ihren Unmut über die US-Handelspolitik signalisiert. Supermarktketten wie Salling markierten Produkte europäischer Hersteller mit einem Stern, und auf Facebook entstand die Gruppe "Boykottiert Waren aus den USA", die inzwischen über 110.000 Mitglieder zählt. Die Bevölkerung des Landes liegt bei rund sechs Millionen, sodass ein beachtlicher Teil bereits aktiv überlegt, US-Produkte zu meiden.

Ökonomische Effekte des Boykotts dürften jedoch begrenzt bleiben. Nur rund 1,1 bis 1,2 Prozent des dänischen Lebensmittelverbrauchs stammen direkt aus den USA, etwa Wein oder Mandeln.

Größere Boykottbewegungen entwickeln sich meist erst, wenn ein Ereignis tatsächlich eintritt. Kleinere Protestaktionen könnten zwar in bestimmten Konsumentengruppen stattfinden, ihre Wirkung auf die Gesamtwirtschaft bleibt aber minimal.

Für viele Dänen steht ohnehin die symbolische Ablehnung der US-Politik im Vordergrund. Es geht darum, Frust abzubauen und ein Zeichen zu setzen, auch wenn die Wirkung nur gering ist.

Die Idee könnte auf andere Länder ausstrahlen. In Deutschland diskutieren Experten, ob Konsumenten in einer Eskalationssituation ähnliche Apps nutzen würden. 

Erste Befragungen zeigen: Etwa 61 Prozent schließen bestimmte US-Produkte wie Tesla aus, 36 Prozent lehnen sie vollständig ab. Ob dies das Konsumverhalten nachhaltig verändert, ist jedoch unklar. Große Konzerne wie Apple, Amazon oder McDonald’s bleiben trotz Boykottaufrufen weiterhin marktbestimmend.

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