
Serbiens Präsident Vučić über bedrückte WEF-Stimmung: "Niemand weiß, was morgen passieren wird"

Das alljährliche Schaulaufen der internationalen Politik samt Thinktanks-Akteuren und Lobbyisten präsentiert neben den Hauptreden von Staatsführern im großen Saal von Davos auch kleinere Diskussionsrunden wie das "Euronews-Panel". Die Präsidenten Armeniens und Aserbaidschans diskutierten dabei zum ersten Mal zusammen mit dem serbischen Amtskollegen Aleksandar Vučić. Dieser berichtete in dem Gespräch als regelmäßiger Gast unter anderem von einer von Unsicherheit geprägten Stimmung unter den geladenen WEF-Anwesenden.

Die Präsidenten von Armenien und Aserbaidschan traten am Dienstag gemeinsam bei einem Panel des Senders Euronews am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) auf. Die erstmalige Einladung und Anwesenheit in Davos erfolgten nach der Unterzeichnung eines "Friedensabkommens" im August des Vorjahres in Washington, das einen seit 30 Jahren andauernden Konflikt beider Staaten beendete.
Der gemeinsame Auftritt erfolgte in Anwesenheit des serbischen Präsidenten. Dazu heißt es zusammenfassend bei Euronews:
"Vučić schloss sich der Podiumsdiskussion an, um eine düstere Einschätzung der sich verschlechternden geopolitischen Lage abzugeben. Er beschrieb die aktuellen Entwicklungen als 'Scheidung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten' und forderte kleinere Länder zur Zusammenarbeit auf."
Vučić erklärte den beiden Davos-Neulingen und Zuhörern:
"Dies ist mein zwölftes Mal in Davos. Ich bin hier ein Veteran. Es gibt hier keine Menschen, die schon so viele Male hier waren. Ich habe noch nie so viele Menschen gesehen, um ihnen die Wahrheit zu erzählen ... und die Menschen applaudieren hier nicht irgendjemandem. Die Menschen sind hier, weil sie besorgt sind um die Zukunft."
“I’ve been attending Davos for a long time, and I’ve never seen people so worried. No one is smiling. Because no one knows what tomorrow will bring.”Serbian President Aleksandar Vučić, speaking at a Euronews session in Davos ahead of Trump’s speech. pic.twitter.com/MI9FRvr2kd
— euronews (@euronews) January 20, 2026
Der serbische Präsident führte weiter aus, dass ihm bekannte Davos-Anwesende "nicht fröhlich" aussehen: "Keiner lacht, keiner lächelt". Der Grund dafür laute:
"... Weil die Menschen nicht wissen, was die Zukunft für unsere Länder bringen wird. Und natürlich, dass wir uns viel Sorgen machen."
Euronews fasst zu den Aussagen weiter zusammen:
"'Wir leben heute in einer Welt, in der die Großen die Kleinen verschlingen, und deshalb müssen sich die kleineren Länder zusammenschließen", sagte Vučić und forderte Aserbaidschan, Armenien und die gesamte Region zu einer engen Zusammenarbeit auf."
Ein weiteres Problem sei, so der serbische Präsident, "jeder kümmert sich um seine eigenen nationalen Interessen, niemand kümmerte sich um Multilateralismus". Die Mahnung lautete daher, dass dies "der größte Fehler ist, den wir alle in der Vergangenheit gemacht haben. Und jetzt kann ihn niemand mehr korrigieren".
Die Auswirkungen der aktuellen Spannungen zwischen den USA und Europa würden nun kleinere Nationen "erheblich schädigen", dabei auch spürbar europäische kleine Unternehmen. Vučić schloss seine Ausführungen mit der nüchternen Bestandsaufnahme:
"Diese Trennung zwischen den USA und Europa wird kein vorübergehendes Problem sein. Sie wird ziemlich lange andauern. Und am Ende werden wir [die kleinen Staaten] den Preis dafür zahlen müssen."
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