
Dänemark schickt keine Regierungsvertreter nach Davos, dafür Kampfsoldaten nach Grönland

Die dänische Regierungsspitze in Kopenhagen wird laut einem Bloomberg-Bericht von Montag angesichts der andauernden US-Drohung, Grönland "kaufen" zu wollen, ihre Teilnahme beim Weltwirtschaftsforum (WEF) im schweizerischen Davos absagen und hat daher keine Vertreter delegiert. Parallel wurden weitere Kampfsoldaten an die Westküste Grönlands entsendet, die zur Erhöhung des Kontingents an der von Dänemark geleiteten Militärübung "Arctic Endurance" eingesetzt werden.

Die Nachrichtenagentur Bloomberg erfuhr im Rahmen einer Stellungnahme, dass die dänische Regierung beschlossen hat, diese Woche nicht am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos teilzunehmen (Bezahlschranke). Ausschlaggebender Grund sei der sich verschärfende Streit um Grönland, der die transatlantischen Beziehungen mit Washington belastet.
So heißt es laut Bloomberg in der Stellungnahme:
"Vertreter der dänischen Regierung wurden dieses Jahr eingeladen, und alle Entscheidungen über die Teilnahme liegen in der Zuständigkeit der betreffenden Regierung. Wir können bestätigen, dass die dänische Regierung diese Woche nicht in Davos vertreten sein wird."
Der andauernde Streit zur Causa Grönland eskalierte am Wochenende, nachdem Präsident Donald Trump angedroht hatte, Zölle auf Waren aus acht NATO-Verbündeten zu erheben, "woraufhin die Europäische Union erwägt, möglicherweise Zölle auf US-Waren im Wert von 93 Milliarden Euro (108 Milliarden Dollar) zu erheben", so Bloomberg zusammenfassend.
Trump strebt seit langem die Einverleibung Grönlands seitens der USA an und begründet dies mit nationalen Sicherheitsbedenken und der Notwendigkeit, den Einfluss Russlands und Chinas in der Region einzudämmen. Die europäischen NATO-Mitglieder haben sich hinter die dänische Regierung in Kopenhagen gestellt, die Trumps Angebote kategorisch ablehnt.
Dänemark hat zu Wochenbeginn zusätzliche Truppen nach Grönland entsandt, nachdem US-Präsident Donald Trump den europäischen Ländern mit Zöllen gedroht hatte, sollten sie ihm den Kauf der selbstverwalteten arktischen Insel nicht gestatten.
Ein neues Kontingent dänischer Kampfsoldaten ist am Montag in Grönland gelandet. Generalmajor Soren Andersen, Kommandeur des dänischen "Joint Arctic Command" in Grönland, teilte den lokalen Medien mit, dass mindestens 100 Soldaten in der Inselhauptstadt Nuuk stationiert sind und weitere 100 nach Kangerlussuaq entsandt wurden.
Die Soldaten sollen dabei die von Dänemark geführte militärische Übung "Arctic Endurance" aufstocken, an der auch Soldaten anderer NATO-Verbündeter teilnehmen werden.
Her ankommer yderligere soldater fra Hæren til Grønland, hvor de skal deltage i øvelsen Arctic Endurance.#dkforsvarpic.twitter.com/9Ukg8TZNRV
— Forsvaret (@forsvaretdk) January 19, 2026
Ein Sprecher des dänischen Militärs erklärte gegenüber dem US-Sender CNN, dass der erweiterte Einsatz im Rahmen der "Arctic Endurance"-Militäroperation als Reaktion auf den politischen Druck von Trump ins Leben gerufen wurde.
Der US-Präsident hatte in der Vorwoche gegenüber Journalisten wörtlich erklärt, er müsse möglicherweise in der Causa "mit harten Bandagen" vorgehen, um die finale Kontrolle über Grönland zu erlangen, sollte Kopenhagen sich weiter weigern, zu kooperieren.
Der dänische Außenminister Løkke Rasmussen wies diese Drohungen zurück und erklärte in einem Interview:
"Es gibt rote Linien, die nicht überschritten werden dürfen. Man kann sich den Besitz von Grönland nicht mit Drohungen erkämpfen. Ich habe nicht die Absicht, diese Situation zu eskalieren."
In einem auf Truth Social veröffentlichten Beitrag erklärte der US-Präsident kurzerhand, es gebe "keine schriftlichen Dokumente", die Dänemarks Eigentumsrechte an Grönland belegen.
"Ich habe seit der Gründung der NATO mehr für sie getan als jeder andere, und jetzt sollte die NATO etwas für die Vereinigten Staaten tun", formuliert Trump seine Vorstellungen.
Europäische Politiker und Experten haben demgegenüber davor gewarnt, dass ein möglicher Angriff der USA auf ein NATO-Mitglied den Bündnisverband effektiv zerstören würde.
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