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Ukraine friert im Dunkeln: Stromabschaltungen von über 16 Stunden täglich möglich

In der Ukraine drohen wegen starker Fröste massive Stromausfälle. Nach Angaben des Energieunternehmens YASNO könnte der Strom mehr als 16 Stunden täglich abgeschaltet werden. Besonders betroffen ist Kiew, wo bereits im Notbetrieb gelebt wird.
Ukraine friert im Dunkeln: Stromabschaltungen von über 16 Stunden täglich möglichQuelle: Gettyimages.ru © Pheelings Media

In der Ukraine drohen angesichts starker Fröste massive Stromabschaltungen. In vielen Regionen könnte die Stromversorgung mehr als 16 Stunden pro Tag ausfallen. Dies erklärte der Direktor des Energieunternehmens YASNO, Sergei Kowalenko, auf Facebook. YASNO gehört zu der Energieholding DTEK (Donbass-Treibstoff-Energie-Gesellschaft). 

"Der Zeitplan für mögliche Abschaltungen ist nicht mehr aktuell. Bei Einschränkungen in fünf von sechs Laststufen können die Abschaltungen mehr als 16 Stunden dauern."

Die Lage in der Hauptstadt ist besonders angespannt. Laut Kowalenko lebt Kiew derzeit im Modus von Notabschaltungen. "Ungefähr drei Stunden mit Strom und zehn Stunden ohne", so der YASNO-Chef. Die früher geltenden Intervalle von maximal sieben Stunden ohne und dreieinhalb Stunden mit Strom hätten angesichts der veränderten Lage im Energiesystem ihre Gültigkeit verloren. Ob sich die Situation in absehbarer Zeit entspannen wird, ließ Kowalenko offen.

"Es ist schwer zu sagen, ob es besser wird. Wir müssen diese starken Fröste überstehen. Mit einer Erwärmung sollte der Verbrauch sinken."

Am 16. Januar hatte der ukrainische Energieminister und Erste Vizepremier Denis Schmygal den Ausnahmezustand im Energiesektor ausgerufen. Er erklärte, dass es in der Ukraine kein einziges unbeschädigtes Kraftwerk mehr gebe. Selbst in Regierungsgebäuden träten Probleme mit der Wärmeversorgung auf. Er selbst sitze in seinem Büro in einer Jacke, sagte er. Zudem räumte Schmygal ein, dass die Kraftstoffreserven – Benzin und Diesel – lediglich für rund 20 Tage ausreichten. Staatliche Unternehmen wurden verpflichtet, Strom im Ausland einzukaufen.

Laut der Energieholding DTEK befindet sich das Land in der schwersten Lage hinsichtlich der Stromversorgung seit Beginn des Winters. Als Gründe werden Schäden an der Energieinfrastruktur sowie die anhaltenden starken Fröste genannt.

Bereits am 18. Januar wurde bekannt, dass Kiew und das Umland zu Beginn des Jahres 2026 die Regionen mit den längsten Stromabschaltungen waren. Der Leiter des ukrainischen Zentrums für Energieforschung, Alexander Chartschenko, rief die Einwohner Kiews sogar dazu auf, die Stadt vorübergehend zu verlassen.

Die Folgen der Energiekrise sind im Alltag deutlich spürbar. So berichtete das ukrainische Portal Strana.ua, dass sich Einwohner der Hauptstadt wegen mehrtägiger Blackouts an offenen Feuern wärmten. Dafür würden unter anderem entsorgte Neujahrsbäume verbrannt.

Bereits zuvor hatte der ehemalige ukrainische Energieminister Juri Prodan gewarnt, der aktuelle Winter werde für die Bevölkerung deutlich härter als der vorherige. Er riet den Menschen, auf Datschen auszuweichen, wo mit Holz geheizt werden könne. Ende Dezember hatte zudem DTEK-Generaldirektor Maxim Timtschenko erklärt, die Ukraine stehe vor einer beispiellosen Energiekrise – dieser Winter könnte der schwerste für die Bevölkerung seit vielen Jahren werden.


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