
Medien: Lage mit Heizung und Stromversorgung in Kiew katastrophal

In Kiew hat sich eine katastrophale Lage hinsichtlich Strom- und Wärmeversorgung entwickelt – mit tausenden Wohnungen ohne Heizung. Das bestätigt Welt-TV-Korrespondent Christoph Wanner, der sich derzeit in der Ukraine aufhält.
"Hier in Kiew ist es tatsächlich recht frisch – wir haben so minus 11 Grad, nachts geht es runter bis auf minus 17 Grad. Und da waren ja diese ganzen Attacken auf die Energie-Infrastruktur in den letzten Tagen – das macht sich schon bemerkbar für die Leute. In den Wohnungen ist es kalt – es gibt kaum Heizung –, alles instabil, dann fällt wieder das Wasser aus und der Strom. Aber nicht nur in Kiew – in vielen anderen Städten in der Ukraine sieht es genauso aus."
Zuvor hatte Wladimir Selenskij den Kiewer Bürgermeister Witali Klitschko, der die Einwohner der Hauptstadt angesichts von Strom- und Heizungsausfällen zur Evakuierung aufgefordert hatte, scharf kritisiert und ihm unzureichende Vorbereitung auf die massiven Drohnen- und Lenkflugkörperangriffe vorgeworfen.
Am vergangenen Freitag, dem 9. Januar 2026, meldete Russlands Verteidigungsministerium, dass russische Streitkräfte als Reaktion auf den Angriff auf Wladimir Putins Residenz bei einem Großangriff auf wichtige Ziele in der Ukraine neben anderen Lenkflugkörpern und Drohnen auch Oreschnik-Raketen eingesetzt hätten. Medien berichteten über eine Reihe von Explosionen in Kiew und Lwow. Laut Klitschko wurde kritische Infrastruktur in der Hauptstadt beschädigt.

Außer Betrieb blieben seitdem mindestens die Kiewer Wärmeheizkraftwerke 5 und 6, meldet auf Kiew24 Sergei Nagornjak, ein Rada-Abgeordneter von Selenskijs regierender Partei Diener des Volkes: Die trotz aller Schutzmaßnahmen schwerbeschädigten Anlagen konnten entgegen den Prognosen, es sei eine Sache von einem bis zwei Tagen, immer noch nicht wiederinstandgesetzt werden. Nagornjak betont:
"Keine Schutzeinrichtung hätte die Wärmeheizkraftwerke 5 oder 6 oder auch Darnizkaja davor schützen können. Eine solche Einrichtung kann die eine oder andere Teilanlage eines Wärme- oder Wasserkraftwerks schützen, oder auch eines Umspannwerks. Aber ein Wärmekraftwerk selbst kann man durch nichts schützen.
Zum jetzigen Standpunkt konnten die Wärmeheizkraftwerke 5 und 6 immer noch nicht repariert werden."
Die Lage ist extrem schwer."
Nun meldete auch Sergei Kowalenko, Leiter des ukrainischen Stromversorgungsunternehmens YASNO, die Stromversorgung in ganz Kiew sei in den Notbetriebsmodus gewechselt.

Laut einer Meldung der ukrainischen Premierministerin Julia Swiridenko vom selben Tag sei die Lage der Stromversorgung überhaupt im gesamten Gebiet Kiew kritisch. Am Vortag, dem 11. Januar 2026, gingen in Gorenitschi bei Kiew die Menschen auf die Straßen, um gegen Stromabschaltungen zu protestieren.
In der Nacht auf den 12. Januar kamen Passagierzüge zum Stehen, die zwischen Kiew und europäischen Hauptstädten unterwegs waren. Zum selben Zeitpunkt wurden in Kiew stellenweise Brände an Hochspannungsstrommasten gemeldet, die aufgrund zahlreicher plötzlicher Stromabschaltungen in anderen Stadtgebieten und des Inkrafttretens von Stromumleitungsprotokollen überlastet waren. Am Morgen des 12. Januar wurden aus Kiew zahlreiche Explosionen und intensive Rauchentwicklung, nicht zuletzt im Solomjanski-Stadtbezirk vermeldet, der auch von zahlreichen Drohnen überflogen wurde.
Außerdem bestätigte der eingangs zitierte Welt-TV-Korrespondent Christoph Wanner mit Verweis auf einen ukrainischen Militärexperten, einen gewissen Konstantin Moschawez, dass Russlands Truppen bei der zweitgrößten Stadt des Gebietes Saporoschje, Guljaipolje, deren Befreiung Russlands Verteidigungsministerium noch am 27. Dezember 2025 verkündet hatte, sehr großen Druck auf ihre Widersacher aufgebaut haben.
Bestätigt wird von Wanner auch der Vormarsch russischer Einheiten an anderen Unterabschnitten der Front im genannten Gebiet. Genannt wurden in diesem Zusammenhang unter anderem die Stadt Orechow sowie die Ortschaft Primorskoje in der Gegend etwa 20 Kilometer südlich der Gebietshauptstadt, die ebenfalls Saporoschje heißt. Wanner führte speziell zu Primorskoje aus:
"Auch da wird der Druck täglich größer."
Und dies, obwohl nach Wanners eigener Information, die er nach eigenen Worten von ukrainischen Experten beziehe, die Front mit dem Einbruch des Winters eher langsam geworden sei: Drohnen haben dank herabgefallenem Laub auch in Wald- und Anpflanzungsgebieten bessere Sicht. Und dort, wo die Lufttemperatur eher um den Nullpunkt pendelt, wie im Gebiet Dnepropetrowsk, sind die unbefestigten Wege verschlammt und Fahrzeuge, aber auch Fußtruppen, können sich eher schwer fortbewegen.
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