Europa

Macron: G7-Gruppe sollte "kein Anti-BRICS-Club" sein

Die G7-Staaten sollten sich nicht als "Anti-BRICS"-Gruppierung positionieren, so der französische Präsident Emmanuel Macron in einer aktuellen Einschätzung. Frankreich übernahm in diesem Jahr den Vorsitz der G7, zeitgleich mit Indien, das die gleiche Rolle für die BRICS-Staaten übernahm.
Macron: G7-Gruppe sollte "kein Anti-BRICS-Club" sein© Screenshot: X/ Élysée

In seiner jährlichen Ansprache vor französischen Botschaftern im Élysée-Palast in Paris am Donnerstag skizzierte der französische Präsident Emmanuel Macron die außenpolitischen Prioritäten Frankreichs. Macron kritisierte die Trump-Administration scharf dafür, dass sie sich "allmählich von einigen ihrer Verbündeten abwenden" und "sich von internationalen Regeln lösen" würden. Im Rahmen des diesjährigen G7-Vorsitzes seitens Frankreichs und der gleichen Position Indiens für die BRICS-Gruppe, erklärte Macron, dass Indiens Präsidentschaft dazu beitragen könnte, dass das Land die Rolle einer verbindenden Brücke zur G7-Gruppe der Industrieländer einnehmen könnte.

Die französische G7-Präsidentschaft werde Frankreich in den Mittelpunkt des Multilateralismus rücken, so der französische Präsident Macron vor französischen Botschaftern. Weiter führte er in seiner Rede zu möglichen kooperativen Schwerpunkten zwischen den beiden Gruppierungen aus:

"Die G7 sollte kein Anti-China-Club oder Anti-BRICS-Club sein. Wir können auch nicht zulassen, dass die BRICS ein Anti-G7-Club sind."

Als notwendige Antwort auf diese "aus den Fugen geratene Welt", so Le Monde (Bezahlschranke), verteidigte Macron Wahrnehmungen, die er in seiner Rede als "wirksamen Multilateralismus" bezeichnete. Weiter heißt es bei Le Monde:

"Und er plädierte dafür, dass sich die Großmächte der G7, deren Vorsitz dieses Jahr Frankreich innehat, mit den großen Schwellenländern zusammenschließen, um die globale Governance und die UNO zu reformieren. 'Wir lehnen den neuen Kolonialismus und den neuen Imperialismus ab', jedoch 'lehnen wir auch Vasallentum und Defätismus ab. Was wir für Frankreich und Europa erreicht haben, geht in die richtige Richtung. Mehr strategische Autonomie, weniger Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten und China', betonte er."

Der französische Präsident betonte die Notwendigkeit, gegen eine "Fragmentierung der Welt" anzukämpfen.

"Da Indien derzeit den Vorsitz der BRICS innehat, hoffe ich, mit diesem Land zusammenarbeiten zu können, um Brücken zu schlagen … Die Überbrückung dieser Gruppen – G7 und BRICS – hat für mich hohe Priorität", so der französische Präsident vor den Diplomaten weiter. Angesichts des demografischen Gewichts dieser wichtigen Länder sei es wichtig, diese "Clubs zusammenzubringen, und die Zusammenarbeit mit den BRICS sei unerlässlich", fügte Macron hinzu.

Die Äußerungen und Einschätzungen erfolgten auch vor dem Hintergrund des nahenden Besuchs des indischen Außenministers Subrahmanjam Jaishankar in Frankreich zu bilateralen Gesprächen und der weltweiten Reaktionen auf die Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau durch die USA. Der französische Präsident bestätigte zudem seinen Besuch in Indien im Februar.

Macrons Äußerungen zu den BRICS-Staaten gewinnen zusehends an Bedeutung, da US-Präsident Donald Trump rückblickend regelmäßig öffentlich seine Abneigung gegen diese Gruppe bekundet hatte. Im vergangenen Jahr drohte Trump mit zusätzlichen Zöllen in Höhe von zehn Prozent für Länder, die sich den BRICS-Staaten anschließen.

Trump hatte zudem einen Gesetzentwurf unterstützt, der neue Sanktionen gegen Russlands Partnerländer vorsieht und sich gegen Indien und China richtet.

Die Vereinigten Staaten seien eine Macht, die "sich zunehmend von einigen ihrer Verbündeten abwendet und sich von den internationalen Regeln löst, die sie noch vor Kurzem gefördert hat", beklagte Emmanuel Macron abschließend und verwies dabei auch auf eine zunehmend präsente "neokoloniale Aggressivität".

Nachdem Frankreich zu Jahresbeginn den Vorsitz der G7 übernommen hat – zu der auch die Vereinigten Staaten, Deutschland, Italien, Großbritannien, Japan und Kanada gehören –, bekräftigte Macron in der Rede erneut, dass er das Treffen zum Anlass nehmen wolle, "um globale Ungleichgewichte auf kooperative Weise zu bekämpfen", dies "insbesondere im Hinblick auf China". 

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