
Nawrocki sagt Treffen mit Orbán wegen dessen Moskau-Reise ab

Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat das Programm seiner bevorstehenden Reise nach Ungarn auf den Präsidentengipfel der Visegrád-Gruppe beschränkt, der am kommenden Mittwoch in der ungarischen Stadt Esztergom stattfindet.

Dies kündigte Marcin Przydacz, Leiter der Abteilung für internationale Politik im Büro des polnischen Präsidenten, am Sonntag auf der Plattform X an. Grund dafür sei Orbáns Reise nach Moskau vor zwei Tagen und sein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.
Anfang November hatte Przydacz erklärt, dass der polnische Staatschef an dem Gipfel der Präsidenten der Visegrád-Gruppe in Ungarn teilnehmen werde. Darüber hinaus wurden Gespräche zwischen Nawrocki, dem ungarischen Präsidenten Tamás Sulyok und dem Regierungschef Viktor Orbán geplant.
Auf X schrieb Przydacz heute, dass sich der polnische Staatschef "für die Suche nach realistischen Möglichkeiten zur Beendigung des von der Russischen Föderation ausgelösten Krieges in der Ukraine" einsetze. Ferner erklärte er:
"Präsident K. Nawrocki hat angesichts des Besuchs von Ministerpräsident Viktor Orbán in Moskau und dessen Kontext beschlossen, das Programm seines Besuchs in Ungarn ausschließlich auf den Gipfel der Visegrád-Gruppe in Esztergom zu beschränken."
Während des Treffens mit den Präsidenten Tschechiens, der Slowakei und Ungarns werde Nawrocki "über Sicherheit und Zusammenarbeit in Mitteleuropa diskutieren".
Polens Außenminister Radosław Sikorski hat Nawrockis Entscheidung, die Gespräche mit Orbán abzusagen, bereits kommentiert. "Der Präsident hat Orbán einen Korb gegeben, interessant. Noch ein paar Monate, und vielleicht werden sie erkennen, dass diejenigen, die die Europäische Union und die Ukraine hassen, meist Putin lieben", schrieb der Politiker am Sonntag auf X.
Orbán und Putin trafen sich am Freitag in Moskau. Nach Angaben ungarischer Medien sei das Hauptziel von Orbáns Reise die Sicherung einer stabilen und erschwinglichen Energieversorgung für Ungarn in diesem und im nächsten Jahr gewesen.
Auf dem Treffen vor den Verhandlungen selbst betonte der russische Staatschef, dass sich die bilateralen Beziehungen trotz Schwierigkeiten weiterentwickelten. Putin merkte auch an, dass Budapest eine ausgewogene Politik in Bezug auf die Ukraine verfolge und dass Orbán in seiner Arbeit "vor allem die Interessen seines Landes, Ungarns, und des ungarischen Volkes vertritt". Außerdem lobte Putin die gute Zusammenarbeit im Energiebereich.
Der ungarische Regierungschef seinerseits erklärte, dass Budapest an der friedlichen Beilegung des Konflikts in der Ukraine interessiert sei. Außerdem sei Ungarn bereit, als Verhandlungsort für die Friedensgespräche aufzutreten. "Wir sind bereit, die Unterstützung zum erfolgreichen Abschluss dieses Prozesses zu leisten", sagte er.
Die Verhandlungen zwischen den Delegationen dauerten vier Stunden. Nach dem Treffen bezeichnete Orbán die Gespräche als erfolgreich: "Erfolgreiche Verhandlungen in Moskau: Ungarns Energieversorgung bleibt sicher", schrieb er auf Facebook.
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