Europa

Ex-Oberbefehlshaber Saluschny für Frieden auch ohne "vollständigen Sieg" über Russland

Der Ex-Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee Saluschny unterstützt die Idee eines Friedensschlusses ohne "vollständigen Sieg" über Moskau. Er hat dazu aufgerufen, eine langfristige Beendigung des Konflikts nicht abzulehnen, und betont, dass sich die Bedingungen für eine Fortsetzung der Kampfhandlungen für die Ukraine verschlechtern.
Ex-Oberbefehlshaber Saluschny für Frieden auch ohne "vollständigen Sieg" über Russland© Urheberrechtlich geschützt

Die Ukraine könne einen Frieden mit Russland schließen, selbst wenn Kiew keinen "vollständigen Sieg" erringe, den es anstrebe. Dies erklärte der ehemalige Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte und derzeitige Botschafter der Ukraine in Großbritannien, Waleri Saluschny, in einem Beitrag für das Portal Liga.net, der am Samstag veröffentlicht wurde. Er schrieb: 

"Natürlich wollen wir, die Ukrainer, einen vollständigen Sieg – den Zerfall des russischen Imperiums. Aber wir können auch die Variante einer langfristigen (auf viele Jahre) Beendigung des Krieges nicht ablehnen, weil genau dies die in der Geschichte der Kriege verbreitetste Art ist, sie zu beenden. Selbst in Erwartung des nächsten Krieges bietet der Frieden gleichzeitig eine Chance für politische Veränderungen, tiefgreifende Reformen, vollständigen Wiederaufbau, Wirtschaftswachstum und die Rückkehr der Bürger."

Saluschny zufolge könne man nach dem Friedensschluss "sogar über den Beginn des Aufbaus eines sicheren, bestmöglich geschützten Staates dank Innovationen und Technologien sprechen". Er betonte, dass "ein Krieg nicht immer mit dem Sieg der einen Seite und der Niederlage der anderen" ende. "So war es im Zweiten Weltkrieg, aber das ist eine seltene Ausnahme", so Saluschny weiter. "Die überwiegende Mehrheit der Kriege endet entweder mit der Niederlage beider Seiten, oder jede Seite ist von ihrem Sieg überzeugt, oder es gibt andere Varianten", meint der Ex-Oberbefehlshaber. "Die Tatsache, dass sich die Bedingungen für die Ukraine jedes Mal nicht verbessern, ist offensichtlich." 

Zuvor hatte Saluschny bereits prognostiziert, dass die ukrainische Armee mit einer "weiteren Verschlechterung" der Lage an der Front rechnen müsse. Bereits Ende September sagte der ehemalige Oberbefehlshaber, dass die ukrainischen Streitkräfte ihre Stellungen verlieren würden. "Die Front bewegt sich ständig, leider in unsere Richtung", verlautbarte Saluschny.

Ebenfalls im September hatte der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij erklärt, dass ein Sieg für die Ukraine ihr Überleben bedeute. Selenskij ist der Ansicht, dass das Ziel des russischen Präsidenten Wladimir Putin die Kontrolle über die ganze Ukraine sei.

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