Europa

Steigende Lebenshaltungskosten zwingen Menschen in Polen zur Änderung ihres Lebensstils

Polens Bevölkerung ist angesichts steigender Lebensmittelpreise gezwungen, in Restaurants und beim Autofahren Abstriche zu machen. Laut einer Umfrage beschränken 36 Prozent der Menschen im Land ihre Ausgaben auf ein Minimum, um über die Runden zu kommen.
Steigende Lebenshaltungskosten zwingen Menschen in Polen zur Änderung ihres Lebensstils© Getty Images / Westend61

Eine Umfrage von ARC Rynek i Opinia hat ergeben, dass 38 Prozent der Befragten in Polen, die sich früher sogenannte Luxusgüter leisten konnten, nun auf diese verzichten. Dem Forscher des Meinungsforschungsinstituts Dr. Adam Czarnecki zufolge würden die Menschen ihren Konsum einschränken und damit die Wirtschaft in einer Zeit der Stagflation, das heißt einer hohen Inflation bei gleichzeitig gedämpfter Wirtschaftsleistung, unter Druck setzen.

Die Umfrage ergab auch, dass 38 Prozent der Polen aufgrund der Preiserhöhungen viel weniger sparen als früher und mehr ausgeben. Rund 13 Prozent gaben jedoch an, dass sie gar nicht mehr sparen können. In dem entsprechenden Bericht über die Umfrageergebnisse hieß es:

"Mehr als ein Drittel der Polen (36 Prozent) gibt zu, dass sie ihre täglichen Ausgaben einschränken mussten, um genug Geld für den ganzen Monat zu haben, und jeder Vierte (24 Prozent) räumte ein, dass er sich aufgrund der höheren Preise die grundlegenden Ausgaben nicht leisten kann."

Darüber hinaus gaben 35 Prozent der polnischen Autonutzer an, dass sie aufgrund der steigenden Kraftstoffkosten weniger Auto fahren.

Der Studie zufolge gehen die Menschen vorsichtig mit finanziellen Risiken um: 18 Prozent der Polen hätten einen geplanten Kredit nicht aufgenommen und 26 Prozent hofften, bestehende Kredite so schnell wie möglich zurückzahlen zu können, da sie einen künftigen Anstieg der Zinssätze befürchten. Dazu hieß es in dem Bericht:

"Jeder fünfte Pole (21 Prozent) gibt zu, dass er lieber etwas kauft, als das Geld auf einem Konto zu lassen, weil es an Wert verliert."

Czarnecki bezeichnete dies als eine "sehr dynamische Situation im Bereich der persönlichen Finanzen, in der sich die Verbraucher unsicher fühlen" könnten.

Die Online-Umfrage wurde vom 4. bis 11. Mai durchgeführt, die Befragten waren zwischen 18 und 65 Jahren alt.

Im April lag die Inflation 12,4 Prozent höher als im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Einem am 13. Mai veröffentlichten Bericht von Statistics Poland zufolge sind die Wohnungspreise um 17 Prozent, die Lebensmittelpreise um 13,2 Prozent und die Transportpreise um mehr als 21 Prozent gestiegen. In Restaurants und Hotels stiegen die Preise um mehr als 14 Prozent. Im Vergleich zum März dieses Jahres sind die Lebensmittelkosten um 4,4 Prozent gestiegen.

Polen hat nicht nur mit der weltweiten Lebenshaltungskostenkrise zu kämpfen, die durch den Konflikt in der Ukraine noch verschärft wird, sondern ist auch ein Hauptziel für Flüchtlinge aus der Ukraine. Nach den jüngsten Zahlen des Hohen Flüchtlingskommissars der Vereinten Nationen sind seit Beginn des Konflikts fast 3,4 Millionen Ukrainer nach Polen gekommen.

Mehr zum ThemaInflation und Armut treiben auch die Tafeln in die Krise

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.

Liebe Leser und Kommentatoren,

wir schätzen die Möglichkeit sehr, Ihnen mit der Kommentarfunktion eine Plattform zum gegenseitigen Austausch bieten zu können. Leider müssen wir diese Möglichkeit vorübergehend einschränken, bis effektive Mittel und Wege gefunden sind sicherzustellen, dass dieses Kommunikationsmittel nicht missbraucht wird.

Das Kommentieren auf unserer Website soll für alle so sicher und so wenig einschränkend wie möglich sein, bei alledem jedoch Hass, Hetze und Beleidigungen konsequent ausschließen.

Ihr RT DE-Team