Europa

Rekord bei Insolvenzen: Anzahl britischer Firmen in kritischer Notlage stark angestiegen

Betriebsinsolvenzen haben in Großbritannien stark zugenommen und könnten noch weiter ansteigen. Ein "perfekter Sturm" aus Brexit- und Pandemiefolgen sowie einer steigenden Inflation setzt der Wirtschaft weiter zu, so ein aktueller Bericht.
Rekord bei Insolvenzen: Anzahl britischer Firmen in kritischer Notlage stark angestiegenQuelle: www.globallookpress.com © Martin Moxter/ imageBROKER/ Global Look Press

Immer mehr Unternehmen in Großbritannien steuern einer Studie zufolge auf eine finanzielle Schieflage zu. Beinahe 1.900 britische Unternehmen befanden sich Ende März in kritischer finanzieller Notlage – ein Anstieg um 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie eine Untersuchung der Unternehmensberatung Begbies Traynor ergab. Die Branche mit dem stärksten Anstieg war das Baugewerbe (51 Prozent), gefolgt von der Gastronomie (42 Prozent).

Nach der am Freitag veröffentlichten Analyse sind 1.891 Unternehmen in die Kategorie "kritisch" eingestuft worden, was bedeutet, dass ihre Aussichten prekär sind. Die Untersuchung hebt einen starken Anstieg der County Court Judgements (CCJs) hervor, eine Art gerichtliche Anordnung, mit der eine Partei zur Zahlung einer Schuld verpflichtet wird.

Sie sind demnach ein frühes Anzeichen für zukünftige Insolvenzen, da Gläubiger rechtliche Ansprüche geltend machen. Dem Bericht zufolge sind die CCJs im Vergleich zum Vorjahr um 157 Prozent gestiegen und erreichten im vergangenen Monat den höchsten Stand seit fünf Jahren. Die Zahl der Unternehmen, die in Großbritannien ein Insolvenzverfahren beantragten, stieg im März auf 2.114 und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als verdoppelt. Ab Mai ist der Untersuchung zufolge gar mit einer Erhöhung dieser Zahl zu rechnen, da Vermieter ab Samstag rechtliche Ansprüche gegen Unternehmen geltend machen können.

Ursächlich für die Misere der zahlreichen Unternehmen ist dem Bericht zufolge eine Art "perfekter Sturm" aus Brexit- und Pandemiefolgen sowie einer steigenden Inflation. Julie Palmer, Partnerin bei Begbies Traynor, erklärte:

"Die Inflation ... wird oft als der stille Dieb der Wirtschaft bezeichnet. Ich denke, sie wird tatsächlich zu einer Art bewaffnetem Räuber, wobei die reale Inflation wahrscheinlich viel höher ist als die [offizielle Zahl] von 7 Prozent."

Angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten sparen viele britische Haushalte nach Möglichkeit, was wiederum Unternehmen unter Druck setzt. Ohne weitere Maßnahmen zur Unterstützung von Unternehmen werde es eine Welle von Insolvenzen geben.
"Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Damm bricht, der sie zurückhält", sagte Palmer und forderte die Regierung in London auf, Unternehmen bei der Rückzahlung von staatlichen Krediten aus der Pandemie mehr Zeit einzuräumen. "Eine harte Linie einzuschlagen bei der Rückzahlung von staatlich gedeckten Corona-Krediten und anderen würde Unternehmen in den Abgrund stürzen mit dem Risiko, dass die Milliarden, die in die Wirtschaft gesteckt wurden, verloren sind (...)", warnte Palmer.

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