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Georgien lehnt Kiews Aufruf zur Eröffnung einer "zweiten Front" gegen Russland ab

Kiews Forderung an Georgien nach Eröffnung einer zweiten Front gegen Russland stoßen in Tiflis auf Unverständnis. Georgische Abgeordnete machten klar, dass der Aufruf nur den unnötigen Tod weiterer Zivilisten bringen und der Ukraine in keiner Weise helfen würde.
Georgien lehnt Kiews Aufruf zur Eröffnung einer "zweiten Front" gegen Russland ab© Getty Images / Elif Bayraktar

Alexei Danilow, der Sekretär des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates der Ukraine, hat in einem Live-Auftritt im Fernsehsender 1+1 am späten Samstag die Eröffnung einer "zweiten Front" gegen Russland gefordert.

Sollte es zu neuen Konflikten zwischen Russland und Drittstaaten kommen, würde dies der Ukraine bei der Abwehr der laufenden Invasion eine "hochwertige Unterstützung" bieten, so der Beamte. Georgien könnte eine solche Partei werden und versuchen, Russland anzugreifen, während es in der Ukraine beschäftigt ist, schlug Danilow vor und kritisierte die neutrale Haltung von Tiflis. Die georgische Führung hatte zuvor jedoch von der Verhängung antirussischer Sanktionen abgesehen, da ein solcher Schritt der Wirtschaft des Landes nur schaden würde.

"Georgien verhält sich, gelinde gesagt, nicht sehr angemessen", sagte Danilow und forderte das Land auf, zu versuchen, seine Territorien "zurückzuholen". Er bezog sich dabei offenbar auf die abtrünnigen Republiken Südossetien und Abchasien, die sich in den 1990er-Jahren von Tiflis gelöst hatten und nach einem kurzen Krieg im Jahr 2008 von Russland als unabhängig anerkannt wurden. Vor diesem Hintergrund stellte der Beamte die Frage:

"Aber was wäre, wenn sowohl Transnistrien als auch Georgien und alle anderen heute mit der Rückgabe ihrer Gebiete beginnen würden?"

Danilow bezog sich dabei auf die abtrünnige Region Moldaus, in der bereits seit Jahrzehnten eine russische Friedenstruppe stationiert ist und betonte:

"Das würde uns auf jeden Fall helfen."

Danilows kriegerische Forderungen stoßen in Georgien jedoch auf Ablehnung und mehrere Politiker lehnen solche Ideen entschieden ab. Nikoloz Samharadze, Abgeordneter der Regierungspartei Georgischer Traum und Vorsitzender des außenpolitischen Ausschusses des georgischen Parlaments, bezweifelte sogar, dass derartige Äußerungen überhaupt von diesem Beamten stammen könnten. In einem Beitrag in den sozialen Medien schrieb Samkharadze:

"Ich hoffe, dass dies eine Lüge ist. Fordert der Sekretär des Sicherheitsrates der Ukraine Georgien und andere auf, die Politik der friedlichen Wiederherstellung ihrer territorialen Integrität aufzugeben und eine zweite Front zu eröffnen, um unsere Städte und Dörfer zu zerstören, damit auch georgische Frauen und Kinder sterben? Ist das wahr?"

Ähnlich äußerte sich Michail Sardschweladse, ebenfalls ein Abgeordneter der Partei Georgischer Traum. Er sagte, dass das Entfachen weiterer Konflikte "der Ukraine weder helfen noch eine Erleichterung für sie sein wird".

Danilow befürwortete auch die Anfang der Woche vom ehemaligen Kommandeur der polnischen Landstreitkräfte, General Waldemar Skrzypczak, geäußerte Idee, das Kaliningrader Gebiet von Russland einzufordern. Der General behauptete, dass die historische deutsche Region, die nach der Niederlage Nazideutschlands Russland zugesprochen wurde, in Wirklichkeit polnisches Gebiet sei.

Anton Alichanow, der Gouverneur der russischen Region, warnte den polnischen General, sein Land solle keine Gebietsansprüche erheben, da "ein sehr großer Teil des Landes, das heute Polen ist, in Wirklichkeit von Nazideutschland erobert, beansprucht und als Geschenk der Sowjetunion an das polnische Volk übergeben wurde".

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