Europa

Russland reagiert auf spöttische Kommentare Londons zum Krimkrieg

Als Reaktion auf die Äußerungen des britischen Verteidigungsministers Ben Wallace vom Mittwoch, in denen er sich auf den Krimkrieg im 19. Jahrhundert bezog, fordert das russische Verteidigungsministerium von London eine Richtigstellung der historischen Fakten.
Russland reagiert auf spöttische Kommentare Londons zum KrimkriegQuelle: Sputnik © Pressestelle des russischen Verteidigungsminsteriums

In einem Kommentar zur Eskalation in der Ukraine erinnerte der britische Verteidigungsminister Ben Wallace, ein ehemaliges Mitglied des Regiments Scots Guards, an eine Episode des Krimkriegs der Jahre 1853 bis 1856, als sich Großbritannien und Frankreich mit der osmanischen Türkei verbündeten, um die Krim zu erobern. Er erklärte, das Regiment, in dem er gedient hatte, habe "Zar Nikolaus I. in den Hintern getreten". "Wir können das jederzeit wieder tun", prahlte Wallace.

Die Schlacht von Balaklawa im Oktober 1854 sei in die Geschichtsbücher eingegangen, antwortete der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Generalmajor Igor Konaschenkow am Mittwoch, jedoch "keineswegs dank der Hartnäckigkeit des schottischen 93. Regiments, von dem Wallace so begeistert sprach". Die einzige Heldentat der Einheit sei gewesen, dass sie nicht wie alle anderen vor der russischen Kavallerie geflohen sei. Sie hätten zwar blutige Verluste erlitten, aber keine Siege errungen, stellte Konaschenkow fest und bezog sich dabei auf eine Begebenheit, die aufgrund der scharlachroten Uniformen der Schottengarde als Thin Red Line bekannt wurde.

Konaschenkow fügte hinzu, dass der Grund, warum die Schlacht in Erinnerung blieb, vielmehr in der "legendären Vernichtung einer ganzen aristokratischen englischen Brigade leichter Kavallerie unter dem Kommando von Lord Cardigan am selben Tag durch russische Artilleristen lag" – der berüchtigte Angriff der leichten Brigade.

Dank der britischen Streitkräfte sei an diesem Tag der Begriff "Kanonenfutter" in die Lexika und Militärlehrbücher der Welt eingegangen, so der russische General.

Der selbstmörderische Frontalangriff von rund 600 Kavalleristen auf russische Artilleriestellungen, der mit einem falsch interpretierten Befehl begann, forderte 110 Tote und weitere 161 Verwundete. Alfred Lord Tennyson erinnerte nur sechs Wochen später in einem Gedicht an diesen Angriff, der als einer der größten Fehler des britischen Militärs vor dem Ersten Weltkrieg in die Geschichte einging.

Konaschenkow brachte auch den Fauxpas von Wallaces Kollegin im Außenministerium Liz Truss von letzter Woche zur Sprache, die eine Frage über zwei Regionen (Woronesch und Rostow), die historisch immer zu Russland gehört haben, mit der Aussage beantwortete, das Vereinigte Königreich würde diese Tatsache niemals anerkennen. Der Vertreter des russischen Militärs schloss:

"Wir empfehlen den britischen Militärangehörigen, nicht nur die Geographie Russlands, sondern auch seine Geschichte genau zu studieren, damit sie unsere gemeinsame Militärgeschichte nicht zum Wohle schlecht ausgebildeter britischer Politiker mit ihren Leben bereichern."

Mehr zum Thema - "Wegen Russland": Großbritannien will weitere Truppen nach Osteuropa entsenden

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.