Europa

Britische Regierung plant Kehrtwende bei Pflichtimpfungen für Gesundheits- und Pflegepersonal

Einem Bericht der Zeitung "The Telegraph" zufolge will die Regierung von Boris Johnson voraussichtlich eine Kehrtwende in Bezug auf die obligatorischen Corona-Impfungen für Mitarbeiter des britischen Gesundheitssystems NHS und der Pflegedienste ankündigen.
Britische Regierung plant Kehrtwende bei Pflichtimpfungen für Gesundheits- und PflegepersonalQuelle: AFP © Oli Scarff

Laut der Zeitung The Telegraph will die britische Regierung offenbar eine Kehrtwende in Bezug auf die obligatorischen Corona-Impfungen für Mitarbeiter des britischen Gesundheitssystems NHS und der Sozialfürsorge ankündigen. Dem Bericht zufolge befürchtet der britische Gesundheitsminister Sajid Javid eine große Personalkrise im Gesundheitssektor. Den ursprünglichen Plänen nach sollten Angestellte des britischen Gesundheitssystems NHS vom 1. April an zwei Impfungen haben. Für Pflegekräfte in Heimen galt schon seit November 2021 eine Impfpflicht. Laut der Zeitung soll sich Javid am Montag mit den Ministern des Kabinettsausschusses "Covid-Operations" treffen, um die Kehrtwende zu bestätigen.

Ausschlaggebend für die Kehrtwende sei die Tatsache, dass die Omikron-Variante milder sei als frühere Varianten.
Auf die Frage nach der Kehrtwende sagte Staatssekretär Simon Clarke am Montag, die Variante sei "weniger schwerwiegend" als die Delta-Variante und "eröffnet einen Raum, in dem wir uns das noch einmal ansehen können". Gegenüber Sky News deutete er an, dass ein Kurswechsel bevorstehe:

"Was wir über Omikron wissen, ist, dass es viel übertragbarer, aber weniger schwerwiegend ist – jede Entscheidung, die diese Woche getroffen wird, wird diese Realität widerspiegeln."

Clarke fügte hinzu:

"Ich kann der Entscheidung, die getroffen wird, nicht vorgreifen, aber natürlich erkennen wir diese Realitäten an."

Nadra Ahmed, Vorsitzende der National Care Association, sagte gegenüber BBC Breakfast, sie sei "frustriert" und "traurig über all die Menschen, die ihren Arbeitsplatz unnötigerweise verloren haben", und zwar aufgrund der im November 2021 eingeführten Impfpflicht für Pflegekräfte in Heimen, die von der Regierung bald wieder abgeschafft werden könnte. Sie erklärte, dass die Pflegedienste "etwa 40.000" Mitarbeiter verloren hätten, was die eigenen Zahlen der Regierung seien, und fügte hinzu, dass "die Auswirkungen verheerend sind. (...) Die Pflegedienste liegen in den Knien".

Lob von Konservativen und Gewerkschaft

Konservative Abgeordnete begrüßten die Berichte über eine mögliche Kehrtwende am Sonntag. Der Tory-Abgeordnete Andrew Rosindell twitterte, Javid habe "die richtige Entscheidung" getroffen. Er ergänzte:

"Die Arbeitsplätze dieser frei denkenden NHS-Mitarbeiter sind gerettet, und das ist auch richtig so. Glückwunsch an alle, die den Mut hatten, für die Werte einer freien Gesellschaft einzutreten!"

Auch der führende Tory-Abgeordnete Mark Harper, Leiter der Covid Research Group (CRG), begrüßte die möglicherweise bevorstehende Korrektur. Diese sei ein "großer Sieg". Harper wörtlich:

"Es ist kaum zu glauben, dass der Premierminister und der Gesundheitsminister so lange darauf bestanden haben, diese Politik durchzudrücken, trotz der Warnungen über den Personalmangel."

Patricia Marquis, Direktorin der englischen Pflegegewerkschaft RCN, sagte:

"Wenn diese Berichte richtig sind, ist dieser Rückzieher der Regierung längst überfällig. [...] Impfungen sind enorm wichtig, aber diese Politik war falsch, zumal sie den derzeitigen Druck auf den NHS und die Pflegedienste noch erhöht."

Es sei nie im Interesse der Patientensicherheit gewesen, "mitten in der Personalkrise Zehntausenden mit Entlassung zu drohen". Man werde die Regierung und die Arbeitgeber weiterhin unterstützen, "um für die Impfung zu werben", so Marquis weiter.

Mehr zum Thema – Britische Medizinzeitschrift: Zulassungsbehörden dürfen nicht nach der Pfeife der Konzerne tanzen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.