Europa

Minsk: Desertierter polnischer Soldat berichtet von Mord an 240 Migranten im Grenzgebiet

Ein nach Weißrussland geflohener polnischer Grenzsoldat hat die weißrussischen Behörden über die Ermordung von 240 Migranten informiert. Die Menschen seien von der polnischen Armee im polnisch-weißrussischen Grenzgebiet umgebracht worden.
Minsk: Desertierter polnischer Soldat berichtet von Mord an 240 Migranten im Grenzgebiet© Janek Skarzynski / AFP

Der nach Weißrussland geflohene polnische Soldat Emil Czeczko hat die dortigen Ermittler über die Ermordung von mehr als 240 Migranten an der polnisch-weißrussischen Grenze informiert. Dies teilte das weißrussische Ermittlungskomitee laut der Nachrichtenagentur TASS am Mittwoch mit:

"Während der Ermittlungen in der Strafsache gab Emil Czeczko an, dass er und seine Kameraden ab dem 8. Juni 2021 an organisierten Morden im Grenzgebiet und in der Nähe der Siedlung Siemianowka in Polen beteiligt waren. Nach Angaben des Soldaten ist ihm die Ermordung von über 240 Menschen bekannt."

Den Ermittlern zufolge gab Czeczko an, dass es sich bei den Opfern um Migranten handelte, die über Polen nach Deutschland reisen wollten, "darunter Frauen und Kinder, sowie zwei Volontäre, die den Ausländern halfen". Laut dem Untersuchungsausschuss sollen polnische Soldaten die Leichen massenweise in speziell vorbereiteten Gruben im Wald verscharrt haben.

Um objektive Beweise zu erhalten, seien vom weißrussischen Außenministerium Schritte unternommen worden, um "die entsprechenden internationalen Gremien sowie die Verantwortlichen der Staaten des Nahen Ostens und Afghanistans auf diplomatischem Wege über die Ereignisse zu informieren". Das Komitee hob hervor:

"Das weißrussische Ermittlungskomitee beginnt mit der Sammlung von Informationen und der Erfassung von Fällen des Verschwindens von Bürgern, die nach Westeuropa reisen, insbesondere nach Deutschland."

"Die Ermittler werden alle Verbrechen, die von den polnischen Streitkräften begangen wurden, juristisch bewerten."

Der Ausschuss werde seine Ermittlungen wegen Verbrechen gegen den Frieden und die Sicherheit der Menschheit sowie der Förderung eines Krieges gemäß dem Strafgesetzbuch der Republik Weißrussland fortsetzen.

Emil Czeczko, ein Soldat einer Infanteriedivision der polnischen Armee, floh am 16. Dezember 2021 nach Weißrussland und beantragte dort Asyl, da er mit der brutalen Politik Polens gegenüber den Migranten im Grenzgebiet zu Weißrussland nicht einverstanden war. Die polnischen Streitkräfte beschuldigen Czeczko der Fahnenflucht und drohen ihm mit einem Kriegsgericht. Ende vergangenen Jahres wurde Czeczko zu einer sechsmonatigen Haftstrafe verurteilt, weil er seine Mutter schikaniert haben soll.

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