Europa

Russland besorgt wegen Verlegung von NATO-Kriegsgerät über Griechenland nach Osteuropa

Nach Angaben des Kremlsprechers Dmitri Peskow ist Russland wegen der Versammlung von US- und NATO-Truppen in Griechenland besorgt. Gleichzeitig sieht Moskau in Athen weiterhin einen Partner und hofft auf einen Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit dem EU-Land.
Russland besorgt wegen Verlegung von NATO-Kriegsgerät über Griechenland nach OsteuropaQuelle: AFP © SAKIS MITROLIDIS

Der griechische Fernsehsender Antenna hat in der Nacht zum Samstag ein Interview mit Dmitri Peskow ausgestrahlt. Der Kremlsprecher beantwortete dort unter anderem Fragen nach den bilateralen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Griechenland. Zur Sprache kam aber auch das russisch-türkische Verhältnis vor dem Hintergrund der Spannungen im östlichen Mittelmeerraum. Peskow zeigte sich auch über die NATO- und US-Militäraktivitäten in Griechenland besorgt.

Das Interview war noch im Vorfeld eines Treffens zwischen Russlands Staatschef Wladimir Putin und Griechenlands Regierungschef Kyriakos Mitsotakis am 8. Dezember in der russischen Schwarzmeer-Stadt Sotschi aufgezeichnet worden. Peskow beantwortete die Fragen auf Englisch. Der Sender Antenna zeigte am Mittwoch einige Auszüge des Interviews. Das komplette Gespräch ging erst in der Nacht zum 11. Dezember auf Sendung.

Auf die Frage der Korrespondentin, was genau den Kreml in dem neuen Verteidigungsabkommen zwischen Athen und Washington beunruhige, antwortete der Sprecher des russischen Präsidenten, dass dieses Problem sehr einfach sei. Russland sei besorgt, dass man NATO- und US-Truppen über Griechenland nach Osteuropa verlege.        

"Auf Ihrem Territorium werden immer mehr NATO- und US-Soldaten versammelt. Sie befördern Hunderte, Tausende Kriegsgeräte über Alexandroupoli. Sie eröffnen neue NATO-Stützpunkte, während die NATO uns als Feind bezeichnet."

Ende November hatte die griechische Zeitung Rizospastis von einer größeren US-Truppenverlegung in die Hafenstadt berichtet. Demnach sollten über Alexandroupoli im Rahmen des neuen Verteidigungsabkommen zwischen Griechenland und den USA über 120 Kampfhubschrauber und 1.000 Kampffahrzeuge verlegt werden. Das Militärgerät sollte in Griechenland, Bulgarien und Rumänien stationiert werden. Nach Angaben der Zeitung ProtoThema entwickele sich Alexandroupoli allmählich zu einem Militärumschlagplatz, da es eine Eisenbahnverbindung mit bulgarischen und rumänischen Häfen am Schwarzen Meer habe und daher eine Alternative zum Bosporus biete.

Auf den Kommentar der Korrespondentin, dass Griechenland wegen der Lieferung der russischen Raketenabwehrsysteme des Typs S-400 an die Türkei gleichermaßen besorgt sei, antwortete Peskow, dass es sich dabei um eine Verteidigungswaffe handele, während die über Alexandroupoli beförderte Militärausrüstung alles andere als defensiv sei.

Zugleich äußerte der Kremlsprecher die Meinung, dass sich Griechenland niemals gegenüber Russland feindselig verhalten werde, obwohl es ein NATO-Mitglied sei. Russland halte Griechenland für einen befreundeten Partnerstaat. Moskau sei an einem Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Athen interessiert.

"Es gibt viele russische Unternehmen, die bereit sind, in die griechische Wirtschaft zu investieren. Wir sind an einer Umsetzung von Megaprojekten interessiert, wie wir es bereits in der Türkei tun."

Auf die Frage, welche Seite Moskau im Fall eines bewaffneten Konflikts im östlichen Mittelmeerraum unterstützen würde, drückte Peskow seine Hoffnung aus, dass es zu keinem Konflikt zwischen Athen und Ankara in der Ägäis kommen würde. Der Kreml plädiere für eine bilaterale Lösung der Spannungen in der Region. Beide Seiten müssten Ruhe und Vernunft walten lassen.

Der Kremlsprecher ging auch auf die russischen Gaslieferungen nach Griechenland ein. Ihm zufolge decke der russische Konzern Gazprom etwas mehr als 40 Prozent des griechischen Gasbedarfs und habe sogar die Lieferungen aufgestockt, während US-Unternehmen ihre Lieferungen reduziert hätten, indem sie ihr Gas jetzt im Fernen Osten und in Südostasien zu höheren Preisen verkauften. Die beiderseitige Abhängigkeit der EU und Russland in diesem Bereich sorge für Stabilität und Vorhersagbarkeit.

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