Europa

Wladimir Putin zu NATO-Manövern im Schwarzen Meer: "Eine ernste Herausforderung für uns"

Russlands Präsident hat dem Fernsehsender "Rossija-1" ein exklusives Interview gegeben. Dort kommentierte Wladimir Putin unter anderem die NATO-Aktivitäten im Schwarzen Meer und bezeichnete diese außerplanmäßigen Übungen als eine ernste Herausforderung für Russland.
Wladimir Putin zu NATO-Manövern im Schwarzen Meer: "Eine ernste Herausforderung für uns"Quelle: Sputnik © SERGEI GUNEJEW

Am 13. November hat der Kreml auf seiner Website ein exklusives Interview mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin für den Sender Rossija-1 veröffentlicht. Der Politiker beantwortete dort die Fragen des Korrespondenten Pawel Sarubin und äußerte sich unter anderem zu den aktuellen NATO-Aktivitäten im Schwarzen Meer. Putin bezeichnete sie als außerplanmäßige Manöver der Vereinigten Staaten und ihrer NATO-Verbündeten. Dabei würden neben einem "ziemlich starken Schiffsverband" auch strategische Luftstreitkräfte eingesetzt.

"Es werden B-51 eingesetzt. Das sind zwar ziemlich alte Flugzeuge, aber es geht nicht um die Träger, sondern darum, dass sie an Bord strategische Waffen haben. Das ist eine ernste Herausforderung für uns."

Putin teilte mit, das russische Verteidigungsministerium habe vorgeschlagen, im Schwarzen Meer ebenfalls außerplanmäßige Seeübungen abzuhalten. Er halte dies aber für unzweckmäßig. Außerdem brauche man die Situation in der Region nicht zusätzlich eskalieren zu lassen. Daher beschränke sich das Verteidigungsministerium derzeit darauf, ausländische Kampfflugzeuge und -schiffe zu eskortieren.

Der Präsident ging auch auf das Verhältnis zur Ukraine und die Vorwürfe ein, wonach Russland die Minsker Abkommen nicht befolge.

"Wenn wir unseren Partnern, darunter im Normandie-Format, die Frage stellen, was genau Russland in den Minsker Abkommen nicht befolge und was ihrer Meinung nach Russland laut den Minsker Abkommen tun solle, gibt es keine Antwort. Man sagt uns direkt: 'Wir können das nicht ausformulieren'. Ich mache keinen Witz. So ist eben der Dialog."

Ferner wies der Kremlchef darauf hin, dass in den Minsker Abkommen nirgendwo stehe, dass Russland eine Partei dieses Konfliktes sei. Den bewaffneten Konflikt im Osten der Ukraine habe die damalige Regierung in Kiew entfesselt. Gleichzeitig reagiere im Westen niemand darauf, dass Kiew im Donbass Bajraktar-Kampfdrohnen einsetzt. Dabei sei die Verwendung der Luftstreitkräfte dort laut den Minsker Abkommen verboten.

"Europa sagte diesbezüglich etwas Unplausibles. Die USA unterstützten es sogar. Und die offiziellen Vertreter der Ukraine sagen unverblümt: 'Wir haben sie eingesetzt und werden es weiterhin tun'."

Auf die Frage, ob eine Runde im Normandie-Format vor diesem Hintergrund überhaupt sinnvoll sei, antwortete Putin, dass er seit einiger Zeit keine dringlichen Angebote in diesem Zusammenhang höre. Das Thema werde aber erörtert. Einen anderen Mechanismus gebe es derzeit nicht.

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