Europa

Trotz Warnungen für unter 30-Jährige: EU-Behörde prüft Zulassung von Moderna für Kinder

Obwohl Deutschland und Frankreich warnen, dass beim Impfstoff von Moderna Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei Menschen unter 30 Jahren häufiger auftreten können, beantragte der Hersteller nun die Zulassung auch für Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren.
Trotz Warnungen für unter 30-Jährige: EU-Behörde prüft Zulassung von Moderna für KinderQuelle: AFP © Frederic J. Brown

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) prüft die Zulassung des Corona-Impfstoffes des Herstellers Moderna für kleinere Kinder. Ein entsprechender Antrag auf Erweiterung der Zulassung in der EU sei eingegangen, teilte die EMA am Mittwoch in Amsterdam mit. Die Behörde rechnet mit einem Ergebnis in zwei Monaten. Bisher ist in der EU noch kein Corona-Impfstoff für Kinder unter 12 Jahren zugelassen. Das US-Unternehmen hatte den Antrag bereits zuvor angekündigt.

Der Moderna-Impfstoff Spikevax ist bisher für Menschen ab 12 Jahren in der EU zugelassen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) teilte allerdings am Mittwoch mit, dass sie das Moderna-Mittel nicht mehr für Menschen unter 30 Jahren empfehle. Aktuelle Meldeanalysen zeigten, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen in dieser Altersgruppe nach der Moderna-Impfung häufiger beobachtet würden als nach der BioNTech-Impfung. Auch die französische Gesundheitsbehörde hatte eine ähnliche Warnung ausgesprochen.

Dennoch beantragte Moderna nun bei der EMA die Erweiterung auch für Kinder von 6 bis 11 Jahren. Die Experten werden nun die Daten über Wirksamkeit und Verträglichkeit des Präparates beurteilen. Die EMA prüft bereits einen Antrag der Hersteller Pfizer und BioNTech auf Erweiterung der Zulassung ihres Impfstoffes auch für Kinder unter 12 Jahren. Die Behörde rechnet mit einer Entscheidung noch in diesem Jahr. Ob tatsächlich auch Kinder geimpft werden können, entscheiden aber die nationalen Behörden.

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(rt/dpa)

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