Europa

RT-Chefin nennt Löschung der YouTube-Kanäle von RT DE "Medienkrieg" und fordert DW-Verbot

RT-Chefin Margarita Simonjan hat die Löschung zweier YouTube-Kanäle von RT DE kommentiert. Sie bezeichnete die Restriktion als einen von Deutschland erklärten "Medienkrieg" und forderte Gegenmaßnahmen. Deutsche öffentlich-rechtliche Medien in Russland könnten betroffen sein.
RT-Chefin nennt Löschung der YouTube-Kanäle von RT DE "Medienkrieg" und fordert DW-VerbotQuelle: Sputnik

Mit der Löschung ohne Vorwarnung zweier von RT DE betriebener YouTube-Kanäle gingen die Ergebnisse der siebenjährigen Arbeit eines engagierten jungen Medienteams verloren. Nicht mehr aufzufinden sind nun Zehntausende von Videos mit insgesamt mehr als 547 Millionen Zugriffen. So geht Zensur im digitalen Zeitalter. 

Daran, dass es sich um einen beispiellosen Akt von Zensur handelt, zweifelt bei RT niemand. So entgegnete die Chefin der Medien-Holding Rossia Segodnja und RT Margarita Simonjan dem von Google angeführten Argument, dass sich YouTube auf "klare Regeln berufe" mit dem Hinweis, dass diese "nirgendwo festgeschrieben" seien. Außerdem sei es nicht das erste Mal, dass RT DE sein Publikum bei einem einwöchigen Strike (Suspendierung) auf seinen zweiten Kanal eingeladen hätte. Weiter erklärte sie:

"Aber heute haben sie beschlossen, beide Kanäle zu entfernen. Gleichzeitig senden Impfgegner, Terroristen und Faschisten aller Couleur ungestört auf YouTube."

Simonjan wies auf eine lange andauernde Medienkampagne gegen RT DE in Deutschland hin. Am Anfang war man einfach "besorgt" gewesen und "wollte uns nicht reinlassen". Da dies aber nicht genügte und wir trotzdem weiter wuchsen, "haben sie uns einfach entfernt". Auf Telegram schrieb Simonjan:

"Dies ist ein echter Medienkrieg, den der Staat Deutschland dem Staat Russland erklärt hat."

Sie äußerte die Hoffnung, dass Russland die "Deutsche Welle und andere deutsche Medien in Russland verbietet und die ARD- und ZDF-Büros unverzüglich schließt". Dies sei zumindest aus Selbstachtung vonnöten.

Dass die Frage über Gegenmaßnahmen betreffend deutscher Medien in Russland derzeit auf diplomatischer Ebene im Gespräch ist, deutete die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Sacharowa auf Telegram an: 

"Wir bereiten einen Kommentar dazu vor. Das wird allen gefallen, vor allem den deutschen Journalisten."

Ein Sprecher von YouTube erklärte die Löschung der Kanäle mit der Umgehung einer einwöchigen Suspendierung für den Hauptkanal von RT DE durch Upload der Videos auf einem anderen Kanal (Der Fehlende Part). RT DE sei wegen "medizinischer Falschinformationen" bereits verwarnt gewesen. 

Die russische Aufsichtsbehörde für Kommunikation, Informationstechnologie und Massenkommunikation Roskomnadsor hat die Entscheidung seitens YouTube als Akt der Zensur verurteilt und eine unverzügliche Aufhebung aller Einschränkungen gefordert.

Die Erklärung der russischen Behörde im Wortlaut:

"Diese Maßnahmen von YouTube in Bezug auf die Kanäle verstoßen gegen die wichtigsten Grundsätze des freien Informationsflusses und des ungehinderten Zugangs zu Informationen. Wir betrachten diese Maßnahmen der YouTube-Administration als einen Akt der Zensur und halten jede Einschränkung des Zugangs zu den Kanälen für inakzeptabel."

"Wir fordern, dass alle Beschränkungen für RT DE und Der Fehlende Part so schnell wie möglich aufgehoben werden und dass Roskomnadsor darüber informiert wird und die Gründe für die Löschung erläutert werden."

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