Europa

Frankreich: Polizist schlägt und tritt am Boden liegenden Mann

Aufnahmen aus Seine-Saint-Denis bei Paris zeigen, wie zwei Polizisten einen Mann am Boden festhalten, während ein dritter Beamter ihn schlägt und nach ihm tritt. Nun wurde eine Untersuchung eingeleitet. Laut der Polizei sei die Gewalt zuerst von dem Mann ausgegangen.
Frankreich: Polizist schlägt und tritt am Boden liegenden MannQuelle: AFP © Sameer Al-Doumy

Der Vorfall ereignete sich während einer Kontrolle am 17. September in Seine-Saint-Denis, einem Département nördlich von Paris. Wie das Pariser Polizeipräsidium am 19. September mitteilte, wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem in sozialen Netzwerken ein Video aufgetaucht war, das die Misshandlung des Mannes dokumentiert.

"In den sozialen Netzwerken kursiert ein Video, das eine Polizeikontrolle in Noisy-le-Grand zeigt. Eine administrative Untersuchung wurde eingeleitet", twitterte die Pariser Präfektur. Auf den Aufnahmen, die vermutlich vom Balkon eines Gebäudes aus gemacht wurden, ist zu sehen, wie zwei Polizeibeamte einen Mann am Boden festhalten. Ein dritter Beamter kommt hinzu und schlägt und tritt dem Mann gegen den Kopf.

Der Vorfall ereignete sich gegen 20.30 Uhr, als die Polizei auf eine Versammlung reagierte, bei der es zu Ausschreitungen gekommen sein soll, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Der 22-Jährige wurde nach dem Vorfall verhaftet und am 20. September wegen Gewalt und Beamtenbeleidigung vor Gericht gestellt.

Eine mit der Untersuchung vertraute Quelle, die namentlich nicht genannt wird, erklärte gegenüber RT France, dass der Mann für auffälliges Verhalten bekannt gewesen sei, und von den Polizeibeamten während der Versammlung isoliert wurde. Daraufhin sei er wütend geworden, und habe die Polizisten geschlagen, so die anonyme Quelle weiter.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden zwei Beamte für fünf und sechs Tage vorübergehend dienstunfähig erklärt. Der Anwalt des Mannes kündigte seinerseits an, Anzeige wegen "vorsätzlicher Gewalt" gegen die Polizei zu stellen. Der Anwalt erklärte, er sei dabei, "alle Beweise zu sammeln".

"Wir bedauern, dass sich die Staatsanwaltschaft wie üblich dafür entschieden hat, diesen jungen Mann nach dem Polizeigewahrsam zu verweisen, ohne eine Untersuchung der Gewalttaten einzuleiten, obwohl diese durch das Video bewiesen und unrechtmäßig sind. [...] Das ist ein Schutz der Polizei durch die Staatsanwaltschaft", so der Anwalt.

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