Europa

Ungarn will 2022 Sputnik V produzieren – Dank an Lawrow für Hilfe bei Impfkampagne

Ungarns Außenminister Szijjártó hat seinem russischen Amtskollegen Lawrow für dessen Rolle bei der COVID-19-Impfkampagne gedankt. Diese sei dank Sputnik V die "erfolgreichste Impfkampagne in der EU". Ende 2022 will Ungarn mit der lizenzierten Produktion beginnen.
Ungarn will 2022 Sputnik V produzieren – Dank an Lawrow für Hilfe bei ImpfkampagneQuelle: Sputnik © Maria Lopatto / RIA Nowosti

Der ungarische Minister für Außenwirtschaftsbeziehungen und auswärtige Angelegenheiten Peter Szijjártó hat sich beim russischen Außenminister Sergei Lawrow für dessen persönlichen Beitrag zur erfolgreichen Impfkampagne in seinem Land bedankt, bei der neben dem chinesischen Vakzin Sinopharm auch das russische Medikament Sputnik verabreicht wurde. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 24. August im Rahmen eines Gesprächs in Budapest wandte er sich an Lawrow mit den folgenden Worten:

"Ich möchte Ihnen gegenüber meinen persönlichen Dank für Ihre Hilfe bei der Beschaffung des Impfstoffs Sputnik V Anfang des Jahres zum Ausdruck bringen. Ohne Ihren persönlichen Beitrag hätten wir nicht die erfolgreichste Impfkampagne in der EU durchführen können. Sputnik V war für uns unerlässlich."

Allgemein, so erklärte der ungarische Chefdiplomat, sei die Einschätzung seines russischen Amtskollegen über ein nie dagewesenes Niveau der Beziehungen Russlands und Ungarns keineswegs übertrieben. Dies hatte Lawrow im Vorfeld seiner Ungarnreise erklärt, berichtete die russische Nachrichtenagentur TASS.

Lawrow brachte bei der gemeinsamen Pressekonferenz nochmals die Wertschätzung Moskaus für die sich rege entwickelnde Beziehung zu Budapest zum Ausdruck:

"Sie erwähnten die Zusammenarbeit im Kampf gegen das Coronavirus. Wie Sie schon sagten: Wir konnten gute Ergebnisse erwirken."

Dabei beschränkt sich die Zusammenarbeit nicht auf Impfstofflieferungen aus Russland. Peter Szijjártó gab sich zuversichtlich, dass der zur Lizenzherstellung von Sputnik V in Ungarn notwendige Technologietransfer gegen Ende 2021 abgeschlossen sein wird. TASS zitiert  den ungarischen Minister:

"Ab Ende 2022 wird es bereits möglich sein, das Vakzin Sputnik V in russischer Lizenz herzustellen. Somit werden wir die Verwundbarkeit des Landes senken können und durch Impfstofflieferungen im Außenhandel Profit erwirtschaften."

Das ungarische Werk zur Herstellung des russischen Impfstoffs Sputnik V soll in Debrezin entstehen.

Vor der Pressekonferenz fand ein Gespräch der beiden Außenminister zunächst unter vier Augen statt. Anschließend wurde das Gesprächsformat ausgeweitet. Nach Angaben des russischen Außenministeriums stand die "Besprechung laufender Fragen der bilateralen Beziehungen" auf der Tagesordnung mit einer Akzentsetzung "auf der Umsetzung der Vereinbarungen, die zuvor zwischen dem Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin und dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán getroffen wurden". Weitere Themen waren die Beziehungen Russlands zur EU und der NATO, die Lage in den Krisengebieten Ukraine und Bergkarabach, der Kampf gegen die COVID-19-Pandemie und weitere grundlegende Themen von internationaler Bedeutung.

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