Europa

US-Bürger wegen Tragens eines T-Shirts mit russischer Symbolik im ukrainischen Odessa festgenommen

Ein Tourist aus den USA ist in Odessa mit Gewalt von der Polizei festgenommen worden. Er trug ein T-Shirt mit der Aufschrift "Russia". Während der Festnahme bezeichnete er Russland als "großartiges Land" und die Ukraine als ein "Problem für die Welt".
US-Bürger wegen Tragens eines T-Shirts mit russischer Symbolik im ukrainischen Odessa festgenommen© Youtube Screenshot Думская Нет

In Odessa ist ein US-Bürger von der Polizei festgenommen worden. Nach offiziellen Angaben soll er versucht haben, während der Feierlichkeiten am Tag der ukrainischen Flagge und des völkischen Strickhemdes einen Konflikt zu provozieren, habe nicht auf Anordnungen der Polizei reagiert und fliehen wollen.

Die Festnahme und den vorangegangenen Konflikt haben zahlreiche Passanten gefilmt und in den sozialen Medien veröffentlicht. In Videos ist zu sehen, wie zwei Polizisten den jungen Mann ansprechen und nach einem kurzen Wortgefecht festhalten. "Fassen Sie mich nicht an, ich habe nichts verbrochen", empört sich dabei der US-Bürger.

Einem Video des Portals Dumskaja zufolge nahm die Geschichte ihren Anfang auf der Potemkin-Treppe, dem Wahrzeichen der Stadt, welches als Schauplatz im Film des sowjetischen Regisseurs Sergei Eisenstein "Panzerkreuzer Potemkin" weltberühmt wurde. Es zeigt Hunderte Menschen, die auf das Entfalten der ukrainischen Flagge warten. Sie rufen die Parole der Nationalisten "Ruhm der Ukraine, den Helden Ruhm" – heutiger Gruß der Nationalisten mit Wurzeln im OUN-Faschismus.

Ein junger Mann, der ein T-Shirt in den Farben der russischen Flagge und der Aufschrift "Russia" trägt, wird von den Teilnehmern und Organisatoren der Aktion angesprochen. In der nächsten Sekunde fordern ihn Polizisten zum Mitkommen auf.

Weitere Videos zeigen Szenen, die sich an der nahe gelegenen Uferpromenade abspielen. Der US-Amerikaner sagt, er sei in Russland geboren, habe aber sein ganzes Leben in den USA verbracht. Ein Aktivist der nationalistischen Szene stellte später das Foto von dem Ausweis des Mannes ins Netz. Dem Dokument zufolge heißt der US-Amerikaner Jared Yinger und ist 26 Jahre alt.

"Russland ist ein großartiges Land, es schickte den ersten Menschen ins All", sagt er den Aktivisten, während Polizisten ihn umstellen. Die Ukrainer bezeichnet er als Rassisten. Wenige Sekunden später versucht er zu fliehen, wird aber von Polizisten und einem Aktivisten eingeholt und zu Boden gedrückt. Eine weitere Szene spielt sich neben einer Touristen-Kutsche ab, als Polizisten dem Festgenommenen den Arm verdrehen.

"Behandelt man so Touristen? Ihr seid Rassisten. Ihr seid wegen der Politik gegen Russland, ihr seid ein Problem für die Welt. Russlands Geschichte hat in Kiew angefangen, ich kenne die Geschichte. Ohne Russland würdet ihr Deutsch sprechen. Ihr sympathisiert mit den Nazis. Ich habe nichts Unrechtes getan, ich bin nur spazieren gegangen und wurde von der Polizei angehalten. Ist das die Freiheit in der Ukraine? Ich habe keine Waffen bei mir", sagte der Mann. 

Während der Festnahme betonte er wiederholt, dass er US-Bürger sei. Laut einer Polizeimitteilung werden dem Touristen ordnungswidriges Verhalten und Nichtbefolgung polizeilicher Anordnungen vorgeworfen. Laut einem Telegram-Nutzer hat die Polizei das T-Shirt beschlagnahmt. Ein weiterer Nutzer schrieb, dass Jared ein ethnischer Russe sei, der von einem Paar in den USA adoptiert worden ist. Die US-Botschaft in Kiew hat den Vorfall bislang nicht kommentiert.

Lokale Medien bezeichneten den US-Bürger als einen Provokateur, der eine Schlägerei habe anzetteln wollen. Die meisten Nutzer kritisierten in den Kommentaren jedoch die Polizei und Aktivisten für ihr "wildes" Verhalten und nahmen den Mann in Schutz. 

Videos von der Festnahme wurden aktiv in sozialen Netzwerken geteilt. Viele Kommentatoren nahmen die Situation mit Humor. "Abenteuer eines Amerikaners im festlichen Odessa. Er wurde aufgrund einer Denunziation festgenommen, weil er ein pro-russisches T-Shirt trug. Kommen Sie uns wieder besuchen. Extreme Touren sind preiswert", schrieb etwa eine Nutzerin auf Facebook und teilte das komplette Video des vermeintlichen Abenteuers auf ihrem Kanal.

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