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Getötete 13-Jährige in Wien: Einer der Verdächtigen laut Gutachten älter als 16

Einer der Verdächtigen im Fall der getöteten 13-jährigen Leonie in Wien soll laut einem Gutachten älter sein als offiziell angegeben. Demnach soll der aus Afghanistan stammende Asylbewerber zur Tatzeit nicht 16, sondern mindestens 19 Jahre alt gewesen sein.
Getötete 13-Jährige in Wien: Einer der Verdächtigen laut Gutachten älter als 16Quelle: www.globallookpress.com © Isabelle Ouvrard via www.imago-images.de

Im Fall der getöteten 13-jährigen Schülerin in Wien gibt es neue Erkenntnisse. Laut einem Gutachten ist der eine Verdächtige zur Tatzeit auch volljährig gewesen. Wie zunächst österreichische Medien übereinstimmend berichteten, wurde im Rahmen eines Altersgutachtens festgestellt, dass der junge Afghane, der offiziell als 16-Jähriger geführt wird, demnach mindestens 19 Jahre alt sei. Sein Geburtsdatum wird offiziell mit Dezember 2004 angegeben. Doch laut Befunden stimme dies nicht.

In einem Bericht der Kleinen Zeitung heißt es, dass im Rahmen einer sogenannten forensischen Altersdiagnostik ermittelt wurde, dass er zum Untersuchungsdatum am 14. Juli 19 Jahre alt gewesen sein soll. Aber als wahrscheinlichstes Alter sei demnach 20,6 Jahre ermittelt worden. Die Altersfrage des Verdächtigen könnte laut Bericht hinsichtlich des Strafmaßes eine Rolle spielen.

Im Laufe des Freitags bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien dann die Berichte. Laut einer Sprecherin sei der vorgeblich 16-Jährige "mindestens 18, möglicherweise 20 Jahre alt", wie die österreichische Nachrichtenagentur APA berichtet. Er werde nicht mehr als Jugendlicher, sondern nach dem Jugendgerichtsgesetz als junger Erwachsener – Personen im Alter zwischen 18 und 21 – geführt, zitiert APA die Sprecherin weiter.

Wie bereits kurz nach der Festnahme seitens der Wiener Polizei mitgeteilt wurde, sei der Afghane im April dieses Jahres im Zuge einer Familienzusammenführung nach Österreich gekommen. Die Mutter und die Schwester des nun Verdächtigen im Fall der getöteten 13-Jährigen hatten bereits als anerkannte Asylbewerber in der Alpenrepublik gelebt. Er hatte eine vorläufige Aufenthaltsberechtigung erhalten, sein Asylantrag befand sich in Bearbeitung.

Ende Juni schockierte der Tod der Schülerin ganz Österreich. Das Mädchen wurde leblos an einen Baum angelehnt im Wiener Bezirk Donaustadt gefunden. Kurze Zeit später wurden drei Tatverdächtige festgenommen – demnach 16, 18 und 23 Jahre alt. Nach einem vierten wird weiterhin europaweit gefahndet. Gegen alle wird wegen Vergewaltigung mit Todesfolge ermittelt.

Bei allen handelt es sich um afghanische Staatsbürger, die in den vergangenen Jahren nach Österreich gekommen waren. Mehrere waren bereits polizeibekannt. Einem der Tatverdächtigen, dem 18-Jährigen, wurde gar wegen der Straftaten – unter anderem Drogenhandel – der subsidiäre Schutzstatus aberkannt.

Das Mädchen soll laut Ermittlern in der Wohnung des 18-jährigen Verdächtigen vergewaltigt worden und ums Leben gekommen sein. Die jungen Männer werden verdächtigt, der 13-Jährigen Ecstasy-Tabletten in großen Mengen verabreicht und sie auf diese Weise gefügig gemacht zu haben. Jüngst wurde von einem Herzstillstand als Todesursache berichtet.

Auch im Falle des 18-Jährigen hatte die Staatsanwaltschaft wegen Zweifel an seinem Geburtsdatum ebenfalls ein Gutachten zur Altersfeststellung in Auftrag gegeben, doch diese Zweifel konnte der Experte nicht bestätigen. Der Strafrahmen bei Vergewaltigung mit Todesfolge sieht laut APA für junge Erwachsene bis zu 20 Jahre Haft vor.

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