Europa

Spaniens Nationalspieler sollen von der Armee mit BioNTech geimpft werden

Die spanischen Fußballnationalspieler sollen Medienberichten zufolge mit dem Vakzin von Pfizer/BioNTech geimpft werden. Die Impfungen sollen von der Armee durchgeführt werden. Zuvor wurde gemutmaßt, dass die Mannschaft mit Johnson & Johnson geimpft werden sollte.
Spaniens Nationalspieler sollen von der Armee mit BioNTech geimpft werdenQuelle: AFP © Javier Soriano

Die Impfpläne soll Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Darias unter anderem laut der spanischen Zeitung El País am Donnerstag bestätigt haben. Laut einer Meldung der Bild soll die Impfung von der Armee durchgeführt werden, nachdem der internationale Gesundheitsrat grünes Licht für eine Komplett-Impfung des Kaders mit BioNTech gegeben hat. Die Spanier befinden sich zurzeit noch im Trainingslager in Las Rozas bei Madrid. Die Armee hatte dem Bericht zufolge auch schon 900 spanische Athleten geimpft, die im Sommer bei den Olympischen Spielen in Tokio antreten.

Zunächst war angenommen worden, dass die Spanier im Falle einer Impfung das Vakzin von Johnson & Johnson bekämen. Bei diesem ist nur eine Impfung nötig, der Impfstoff von Pfizer/BioNTech muss zweimal gespritzt werden. Laut El País wird die zweite Dosis um den Monatswechsel herum verabreicht. Das würde auch bedeuten, dass die Vorbereitung der Spanier erheblich beeinträchtigt werden könnte, sollten sich die Spieler, die noch nicht geimpft wurden oder eine Infektion überstanden haben, kurz vor dem ersten Gruppenspiel am Montag in Sevilla gegen Schweden impfen lassen.

Nach der Impfung mit mRNA-Impfstoffen, zu denen das Vakzin von Pfizer/BioNTech zählt, können nach Angaben des Robert Koch-Instituts Lokal- und Allgemeinreaktionen auftreten, meist innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung. Diese hielten nicht länger als drei Tage an. Zu den demnach am häufigsten berichteten Impfreaktionen zählen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost und Gelenkschmerzen.

Spanien plant mit Parallelkader

In einer Pressekonferenz an diesem Donnerstag dürfte sich Spaniens Nationaltrainer Luis Enrique auch zu den möglichen Impfplänen äußern. Der 51-Jährige hat neben seinem EM-Kader ein Parallelaufgebot zusammengestellt, sollte es zu weiteren Corona-Fällen im EM-Team kommen. Nachdem Sergio Busquets und Diego Llorente nach positiven Befunden aber umgehend das Camp verlassen hatten, fielen die Tests am Mittwoch alle negativ aus.

Bei den für den Parallelkader einberufenen Profis handelt es sich um Spieler der U21, die am Dienstagabend anstelle der A-Nationalmannschaft das eigentlich als Generalprobe gedachte Testspiel gegen Litauen absolvierten und mit 4:0 gewannen. Diese elf Spieler stoßen zu den sechs Akteuren, die Luis Enrique seit Bekanntwerden des ersten Corona-Falls am Sonntag bereits nachträglich berief.

Der Parallelkader wird nach Angaben des Verbandes außerhalb der mittlerweile nur noch 22-köpfigen EM-Kader-Blase in Las Rozas de Madrid arbeiten. Die 17 Spieler werden demnach täglich dorthin gebracht, nachdem sie vorher getestet wurden. Auch bei der Ankunft sollen sie sich noch mal auf das Coronavirus getestet werden. Die erste gemeinsame Einheit sollten die Spieler am Mittwoch absolvieren.

Bis zum Auftaktspiel der Spanier am kommenden Montag ist es nicht mehr lange, Gegner Schweden hat allerdings auch zwei Corona-Fälle zu beklagen. Um spielen zu können, braucht eine Mannschaft bei dieser EM 13 Spieler, darunter ein Torwart, die negativ getestet sind. Sind es Profis, die neu zum Kader hinzukommen, muss dieselbe Anzahl aus dem ursprünglichen Aufgebot gestrichen werden. Weitere Gegner der Spanier in der Gruppenphase sind Polen am 19. Juni und die Slowakei am 23. Juni.

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(rt de/dpa)