Europa

Britische Pläne für Reiserückkehrer: Regierung soll täglich 10.000 Quarantänepflichtige überprüfen

Fünf Millionen britische Staatsbürger haben bereits ihre Auslandsreisen gebucht. Reiserückkehrer aus Frankreich, Spanien und Italien müssen sich zehn Tage in Quarantäne begeben. Die Selbstisolation will die britische Regierung überprüfen lassen.
Britische Pläne für Reiserückkehrer: Regierung soll täglich 10.000 Quarantänepflichtige überprüfenQuelle: www.globallookpress.com © XinHua

Reiseverbote hatte die britische Regierung angesichts der hohen Zahl der Bevölkerung, die sich gegen das Coronavirus hat impfen lassen, aufgehoben. Auch Museen, Restaurants, Pubs und andere Freizeiteinrichtungen sind wieder geöffnet. 

Ein Ampelsystem teilt die Reiseziele nun in Risikogebiete ein. Fünf Millionen Briten nutzen die Möglichkeit, einen Urlaub für den Sommer zu buchen. Viele haben Ziele innerhalb der EU nach Frankreich, Italien und Spanien gewählt. Diese Länder stehen auf der gelben Liste und weisen nach Ansicht der britischen Regierung ein mittleres Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus auf. 

Pro Tag wird die Regierung an die Türen von 10.000 Haushalten klopfen. Letzte Woche wurden bereits 30.000 Quarantänepflichtige überprüft. Bei einem Verstoß gegen die Auflagen drohen bis zu 10.000 Pfund Strafe. Nur zwölf Länder stehen auf der grünen Liste. Eine Quarantäne ist bei diesen Ländern nicht notwendig, darunter Portugal, Israel und Gibraltar. Diese Länder jedoch haben ihre eigenen Einreisebeschränkungen. Kritik kommt von der britischen Tourismusindustrie. Von Reisefreiheit könne nicht die Rede sein. Auf der roten Liste sind Länder wie die Türkei, die Malediven und Nepal gelistet. Eine Rückreise aus einem der rot gelisteten Länder müssen sich in eine anschließende Hotelquarantäne begeben. 

Innenminister Priti Patel warnte die britische Öffentlichkeit, dass die Quarantäne überprüft werden würde: 

"Es gibt einen Service (für das Klopfen an der Tür), es sind Vorkehrungen getroffen worden, die Kapazität wurde aus genau diesem Grund erhöht. Die Leute werden nicht unkontrolliert gehen." 

Für die Kontrolle der Auflagen sollen Gelder in Millionenhöhe bereitgestellt worden sein. Das Bußgeld für Verstöße gegen die Selbstisolierung beträgt 10.000 Pfund. 

Die britische Regierung sorgt sich zudem vor einer neuen Ansteckungswelle durch den Import von Virus-Mutationen. Dem Premierminister Boris Johnson wird vorgeworfen, gegen die Einschleppung der Mutation zu spät ein Reiseverbot bezüglich Indien ausgesprochen zu haben. Mindestens 20.000 Passagiere, die sich mit der indischen Mutation des Coronavirus angesteckt haben könnten, seien bereits nach Großbritannien eingereist. Johnson hierzu: 

"Wir beobachten die Ausbreitung der zuerst in Indien identifizierten Variante genau und ergreifen dort, wo die Infektionsraten steigen, schnelle Maßnahmen. Ich fordere jeden auf, vorsichtig zu sein und Verantwortung zu übernehmen, wenn er heute neue Freiheiten genießt, um das Virus in Schach zu halten." 

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