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"Das riecht nach Totalitarismus": Forscher räumen "Einsatz von Angst" bei Corona-Krise ein

Bislang hieß es, vor allem sogenannte Verschwörungstheoretiker und Leute aus der schwurbelnden Querdenker-Szene wähnten im Zuge der Corona-Krise totalitäre Methoden am Werk. Nun legen aktuelle Informationen den Schluss nahe, dass entsprechende Taktiken tatsächlich zum Einsatz kamen.
"Das riecht nach Totalitarismus": Forscher räumen "Einsatz von Angst" bei Corona-Krise einQuelle: www.globallookpress.com

Vor wenigen Tagen berichtete das britische Traditionsblatt The Telegraph von Äußerungen, die demzufolge auf Mitglieder der Scientific Pandemic Influenza Group on Behaviour (SPI-B) zurückgehen. Zusammenfassend heißt es im Artikel:

"Wissenschaftler eines Komitees, das den Einsatz von Angst zur Kontrolle des Verhaltens der Menschen während der COVID-Pandemie gefördert hat, haben zugegeben, dass ihre Arbeit "unethisch" und "totalitär" war."

Bei der SPI-B handelt es sich um einen Unterausschuss der Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE), der wichtigsten wissenschaftlichen Beratergruppe der britischen Regierung.

Die vom Telegraph zitierten Äußerungen der "Corona-Experten" wurden von der Autorin Laura Dodsworth für ihr am Montag erschienenes Buch "A State of Fear" (Ein Zustand der Angst) zusammengetragen. In ihrem Buch setzt sich die Autorin mit dem Einsatz psychologischer Taktiken durch die britische Regierung während der Pandemie auseinander.

Demzufolge rieten im März 2020 Mitglieder des SPI-B den zuständigen Behörden und Politikern tatsächlich, doch den "gefühlten Grad der persönlichen Bedrohung" durch COVID-19 zu erhöhen, da "eine beträchtliche Anzahl von Menschen sich immer noch nicht ausreichend persönlich bedroht" fühle.

So erklärte etwa der SPI-B-Psychologe Gavin Morgan wörtlich:

"Es ist klar, dass die Verwendung von Angst als Mittel der Kontrolle nicht ethisch ist. Die Verwendung von Angst riecht nach Totalitarismus. Es ist keine ethische Haltung für eine moderne Regierung."

Er sei von Natur aus ein optimistischer Mensch, aber all das von ihm beschriebene Vorgehen habe bei ihm zu einer "pessimistischeren Sicht auf die Menschen geführt".

Verwiesen wird zudem auf einen nicht näher genannten Wissenschaftler des SPI-B, der vom gezielten Einsatz von Angst berichtete. Im März 2020 sei die britische Regierung "sehr besorgt um die Einhaltung der Vorschriften" durch die Bevölkerung gewesen.

"Es gab Diskussionen darüber, dass Angst nötig sei, um die Einhaltung der Vorschriften zu fördern, und es wurden Entscheidungen darüber getroffen, wie man die Angst verstärken könnte."

"Die Art und Weise, wie wir Angst eingesetzt haben, ist dystopisch", wird der Wissenschaftler weiter zitiert.

"Der Einsatz von Angst" (als Instrument der Kontrolle) sei "definitiv ethisch fragwürdig" gewesen. Es habe sich um ein "seltsames Experiment" gehandelt. Die Rechnung sei jedoch letztendlich nicht aufgegangen, "da die Leute zu viel Angst bekommen" hätten.

The Telegraph zitiert einen weiteren Wissenschaftler des Unterausschusses:

"Man könnte Psychologie 'Gedankenkontrolle' nennen. Das ist es, was wir tun ... Wir versuchen natürlich, es auf eine positive Art und Weise anzugehen, aber es wurde in der Vergangenheit schändlich eingesetzt."

Ein weiterer Forscher mahnte zudem einen vorsichtigeren Einsatz des "Autoritarismus" an, der sich bei den Handlungen der Regierung zur mutmaßlichen Eindämmung von SARS-CoV-2 eingeschlichen hätte. Menschen nutzten die Corona-Pandemie, "um nach der Macht zu greifen und um Dinge durchzusetzen, die sonst nicht möglich wären."

Dem Bericht zufolge räumte ein anderer Forscher der Gruppe ein, dass "ohne einen Impfstoff die Psychologie eine Hauptwaffe" darstelle. "Die Psychologie" hätte "eine wirklich gute Epidemie gehabt", wird auf Äußerungen des anonymen Wissenschaftlers verwiesen.

Doch damit nicht genug: Ein weiterer Forscher des SPI-B erklärte demzufolge, man sei "fassungslos über die Umwandlung der Verhaltenspsychologie zur Waffe" im vergangenen Jahr.

"Psychologen schienen nicht zu bemerken, als sie aufhörten altruistisch zu sein und manipulativ wurden. Sie haben zu viel Macht und das berauscht sie."

Steve Baker, Mitglied einer Gruppe von britischen Anti-Lockdown-Abgeordneten, kommentierte die Enthüllungen laut The Telegraph wie folgt:

"Wenn es wahr ist, dass der Staat die Entscheidung getroffen hat, die Öffentlichkeit in Angst und Schrecken zu versetzen, um die Einhaltung von Regeln zu erreichen, wirft das sehr ernste Fragen über die Art von Gesellschaft auf, die wir werden wollen."

"Befürchte ich, dass die heutige Regierungspolitik den Wurzeln des Totalitarismus in die Hände spielt? Ja, natürlich tut sie das", mahnte Baker.

Die Vorwürfe an die Adresse der britischen Regierung, wonach diese die Corona-Bedrohungslage hochgespielt hätte, um die eigene Maßnahmen-Politik zu rechtfertigen, sollen nunmehr im Frühjahr 2022 anhand einer unabhängigen Untersuchung aufgeklärt werden.

Mehr zum ThemaGroßbritannien: Unabhängige Untersuchung der Pandemie-Politik ab Frühjahr 2022

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