Europa

Deutsch-russisches Handelsabkommen vor 100 Jahren unterzeichnet

Vor genau 100 Jahren wurde das deutsch-russische Handelsabkommen in Berlin unterzeichnet und damit eine sowjetische Handelsvertretung in Deutschland ins Leben gerufen. Dieser Schritt konnte für beide Seiten als Erfolg verbucht werden, sagte der russische Handelsvertreter in Deutschland, Andrei Sobolew.
Deutsch-russisches Handelsabkommen vor 100 Jahren unterzeichnetQuelle: www.globallookpress.com © Winfried Rothermel

Am 6. Mai 2021 jährte sich zum 100. Mal die Unterzeichnung des deutsch-russischen Handelsabkommens in Berlin. Dieser Tag gilt als Gründungsdatum der Russischen Handelsvertretung in Deutschland. Das Abkommen sah den beschleunigten Ausbau der beidseitigen Wirtschaftsbeziehungen vor. Boris Stomonjakow war der erste sowjetische Handelsvertreter in Deutschland.

Die Handelsvertretung habe sowohl für Deutschland als auch für die Sowjetunion einen vorteilhaften Austausch und die Bildung wirtschaftlicher Beziehungen vor dem Hintergrund von Reparationsultimaten und politischem Druck ermöglicht, sagte der russische Handelsvertreter in Deutschland, Andrei Sobolew, der Nachrichtenagentur RIA Nowosti. Ihm zufolge sei es wichtig, die vergangene Erfahrung für Fortschritte im Bereich der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zu analysieren.

Deutschland ist heute traditionell einer der wichtigsten Handels- und Wirtschaftspartner Russlands. Inmitten der COVID-19-Pandemie und aufgrund zunehmender politischer Spannungen zwischen Berlin und Moskau ist der deutsch-russische Handel im Vorjahr mit 45 Milliarden Euro (minus 22 Prozent) auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2005 gefallen, berichtete der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Demnach ist Russland als Handelspartner im deutschen Außenhandel von Platz 13 auf Platz 14 abgerutscht. Statt 6.800 deutscher Unternehmen sind in Russland nur mehr 4.000 registriert. Auch der EU-Russland-Handel erreichte im Jahr 2020 seinen tiefsten Stand seit 2005. 

Mehr zum Thema - Sergei Lawrow: Deutschland bleibt wirtschaftlich Russlands Schlüsselpartner