Europa

EU dementiert Bericht: Verträge mit AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht ausgeschlossen

Die EU-Kommission dementiert Medienberichte, wonach die EU-Behörde die Lieferverträge für Corona-Impfstoffe mit AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht verlängern wolle. Demnach sind weitere Verträge nicht ausgeschlossen. Die EU will aber vor allem auf mRNA-Impfstoffe setzen.
EU dementiert Bericht: Verträge mit AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht ausgeschlossenQuelle: Reuters © Ritzau Scanpix/Liselotte Sabroe

Die EU-Kommission will bei den nächsten Bestellungen für Corona-Impfstoffe vor allem auf die neuartige mRNA-Technologie setzen, die zum Beispiel BioNTech/Pfizer und Moderna nutzen. Dies bestätigten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa Kommissionskreise am Mittwoch in Brüssel. Dies bedeute aber nicht, dass Hersteller wie AstraZeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden. Entsprechende Berichte seien falsch, sagte ein EU-Beamter. Es sei viel zu früh, darüber jetzt zu entscheiden.

Die Nachrichtenagentur Reuters hatte heute mit Berufung auf einen Bericht der italienischen Zeitung La Stampa vermeldet, dass Brüssel demnach entschieden habe, die Lieferverträge für Corona-Impfstoffe mit den beiden Pharmakonzernen nicht verlängern zu wollen.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen betonte ebenfalls am Mittwoch in Brüssel, dass man sich auf Impfstoff-Technologien konzentrieren wolle, die ihren Wert unter Beweis gestellt hätten. Das spreche für mRNA-Impfstoffe, wie sie BioNTech/Pfizer produzieren.

AstraZeneca und Johnson & Johnson nutzen für ihre Impfstoffe hingegen eine andere Wirkweise mit Hilfe sogenannter Adenoviren. Zuletzt wurden die Präparate der zwei Pharmaunternehmen mit Blutgerinnseln im Gehirn in Verbindung gebracht. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) empfiehlt den Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca dennoch weiter.

Beim Vakzin von Johnson & Johnson läuft eine weitere Prüfung. Der US-Konzern hat die Auslieferung in die EU vorerst ausgesetzt. Die Gesundheitsbehörden in den USA hatten zuvor empfohlen, das Präparat von Johnson & Johnson vorübergehend nicht mehr zu spritzen, nachdem im Land sechs Fälle von Hirnvenenthrombosen erfasst worden waren. In der EU ist der Impfstoff von Johnson & Johnson am 11. März zugelassen worden.

Die Präparate von BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf der neuartigen mRNA-Technologie. Bislang sind sie die zwei Impfstoffe dieser Art, die in der EU zugelassen sind. Im Sommer könnte das Mittel von Curevac hinzukommen. Weitere Kriterien sind, dass der Impfstoff in Europa produziert wird und dass das Unternehmen ausreichende Produktionskapazitäten hat.

In der EU wird derzeit der Impfstoff von BioNTech/Pfizer am häufigsten verabreicht.

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(rt/dpa)