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Nach ihrem Tweet zu russischen Truppenbewegungen: Lawrow fordert von AKK Klärung zur Sache Nawalny

Russlands Außenminister Sergei Lawrow hat der bundesdeutschen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgeschlagen, Russlands Fragen über die Situation um Nawalny zu beantworten. Damit konterte er ihre Forderung nach Information zu den Truppenbewegungen in Russland.
Nach ihrem Tweet zu russischen Truppenbewegungen: Lawrow fordert von AKK Klärung zur Sache NawalnyQuelle: AP © Russian Foreign Ministry Press Service

Der russische Außenminister Sergei Lawrow schlug der deutschen Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vor, die Lage um den russischen Blogger Alexei Nawalny zu klären. Mit dem Vorschlag reagierte Lawrow auf ihre Aussage, von Russland Informationen über die Bewegung seiner Truppen nahe der Grenze zur Ukraine erhalten zu wollen.

Annegret Kramp-Karrenbauer könne ja bei der Bereitstellung jener Informationen "eine entscheidende Rolle spielen", so der Minister auf einer Pressekonferenz in Teheran am Dienstag während seiner Visite im Iran. Lawrow sagte laut der russischen Presseagentur TASS

"Wenn schon Frau Kramp-Karrenbauer von einer Notwendigkeit so besessen ist, Informationen zu dem einen oder anderen Anlass zu erhalten, möchte ich, dass sie Entgegenkommen zeigt und ihre Regierung dazu bringt, uns die Informationen über die Lage zu Alexei Nawalny zu geben, die unsere deutschen Kollegen sorgfältig vor uns verbergen."

Die laut Lawrows entscheidende Rolle, die Kramp-Karrenbauer bei der Klärung dieser Situation spielen könnte, ergibt sich aus Berlins Behauptungen, dass bei Untersuchungen in einer Klinik der Bundeswehr in Nawalnys Körper giftige Substanzen gefunden wurden.

Noch im November 2020 brachte Russlands Chefdiplomat eine Reihe von Kritikpunkten am Verhalten der deutschen Seite in dieser Sache an – sowie die Feststellung, dass weder die Ärzte und Laboranten im Notfallklinikum des russischen Omsk noch die in der Berliner Charité Spuren von Kampfstoffen in und an Nawalnys Körper vorfanden und erst aus einem Klinikum der Bundeswehr ein solcher Fund vermeldet wurde. Russland habe ernsthaften Grund zur Annahme, dass eine Kontamination Nawalnys mit Giftstoffen, wenn überhaupt, in Deutschland oder unterwegs dorthin erfolgt sein könnte, erklärte Lawrow damals.

Nun, auf der Pressekonferenz in Teheran, resümierte der russische Außenminister:

"Von daher ist doch die Aufgabe geradezu auf Frau Kramp-Karrenbauer zugeschnitten, Klarheit zu diesen Fragen zu schaffen, die wir legitim und seit einer sehr langen Zeit – jedoch vergeblich – an unsere deutschen Kollegen stellen." 

Am Sonntag hatte die deutsche Verteidigungsministerin Russland in einer Twitter-Nachricht dazu aufgefordert, zu erklären, "wohin und warum seine Truppen verlegt werden". Der russische Präsidentensprecher Dmitri Peskow betonte, dass Bewegungen russischer Truppen auf russischem Territorium andere Staaten nicht beunruhigen sollte, weil sie sie in keiner Weise bedrohen.

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