Europa

Prinz Philip – Gatte von Königin Elisabeth II. – auf Schloss Windsor gestorben

Prinz Philip, der Ehemann der britischen Königin Elisabeth II., ist im Alter von 99 Jahren gestorben. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag in London mit.

Mit 99 Jahren ist Prinz Philip, der Herzog von Edinburgh, auf Schloss Windsor gestorben. Er sei am Freitagmorgen friedlich verstorben, teilte der Buckingham-Palast in London mit. 

Zuletzt wurde er im Februar 2021 im Krankenhaus behandelt. Der gebürtige Grieche war in einer Spezialklinik am Herzen operiert worden und hatte mehrere Wochen im Krankenhaus verbracht.

Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus habe nicht bestanden, hieß es damals. Im Januar 2021 hatte der Palast erklärt, dass die Queen und Prinz Philip ihre erste Impfung dagegen erhalten haben. Mitte März entließ man den Duke von Edinburgh nach Hause. Im Juni hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert.

Der Herzog von Edinburgh, so sein offizieller Titel, war seit 1947 mit Elisabeth verheiratet. Seit deren Krönung 1953 war er Prinzgemahl und galt als wichtigste Stütze der Queen. Erst im Alter von 96 Jahren ging der Royal in den Ruhestand. Sein letzter offizieller Auftritt war bei einer Militärparade der Royal Marines im August 2017 vor dem Buckingham-Palast. Der vierfache Vater war der dienstälteste Prinzgemahl der britischen Geschichte. Neben Thronfolger Prinz Charles gehören auch Prinzessin Anne, Prinz Andrew und Prinz Edward zu seinen Kindern.

Zuletzt wurde Prinz Philip kaum noch in der Öffentlichkeit gesehen. Große Teile der Pandemie verbrachte er gemeinsam mit der Queen auf Schloss Windsor in der Nähe von London – abgeschottet durch einen stark reduzierten Kreis an Hofpersonal.

Der Prinzgemahl litt in den vergangenen Jahren immer wieder unter gesundheitlichen Problemen: Das Herz machte ihm zu schaffen, er hatte Blasenentzündungen, musste an der Hand operiert werden und bekam mit 96 Jahren ein neues Hüftgelenk. Der letzte Klinikaufenthalt samt Operation am Herzen war sein längster Krankenhausaufenthalt.

Am 10. Juni 1921 wurde der Spross des Hauses Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg auf der griechischen Insel Korfu als Prinz von Griechenland und Dänemark geboren. Im weit verzweigten Stammbaum von Prinz Philip kommen viele Deutsche vor. Sein Vater war Andreas von Griechenland. Seine Mutter Prinzessin Alice von Battenberg stammte aus dem Geschlecht der Großherzöge von Hessen. Sie war die Urenkelin der britischen Queen Victoria.

Die Familie musste von Griechenland ins Exil nach Frankreich fliehen. Der Vater kümmerte sich kaum um ihn, die Mutter wurde psychisch krank. Als Ziehvater diente sein Onkel mütterlicherseits, Lord Louis Mountbatten, dessen Nachnamen er später annahm.

Philip besuchte zeitweilig die Eliteschule Salem in Süddeutschland und sprach gut Deutsch. Der Prinzgemahl war für seinen Humor, aber auch zugleich für seine rhetorischen Fehltritte bekannt, die für Schlagzeilen sorgten. So hatte er etwa den damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl auf der Hannover-Messe im April 1997 mit den Worten begrüßt: "Guten Tag, Herr Reichskanzler!"

Im Zweiten Weltkrieg diente Philip bei der britischen Marine. Für die Hochzeit mit der britischen Thronfolgerin Elisabeth musste er seinen Titel Prinz von Griechenland und Dänemark sowie seine Nationalität aufgeben.

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(rt/dpa)