Europa

Großbritannien trotzt dem Trend in der EU: Öffnungen statt Verschärfungen des Lockdowns

Am 12. April greift in Großbritannien der nächste Öffnungsschritt. Erwartet wird, dass Premierminister Boris Johnson neben dem Einzelhandel und Außenbereich der Gastronomie auch den internationalen Reiseverkehr freigibt. Begleitet werden die Öffnungen von einem umfassenden Testprogramm.
Großbritannien trotzt dem Trend in der EU: Öffnungen statt Verschärfungen des LockdownsQuelle: Reuters © Hollie Adams / Pool via REUTERS

Während viele EU-Staaten ihren Lockdown erneut verschärfen, beginnen in Großbritannien die Lockerungen. Am Montagnachmittag will Premierminister Boris Johnson die nächsten Schritte der britischen Regierung vorstellen, um die Wirtschaft und den internationalen Reiseverkehr aus dem Lockdown zu holen. Es handelt sich dabei um ein Update des bereits Ende Februar vorgestellten Vier-Stufen-Plans, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Erwartet wird, dass Johnson den 12. April als Öffnungsdatum für Friseure, den Einzelhandel und den Außenbereich der Gastronomie benennt. Außerdem sollen die Pläne für einen Impfpass und die Öffnung des internationalen Reiseverkehrs präsentiert werden. Insbesondere von Seiten der britischen Fluggesellschaften und der Tourismusbranche wird eine Öffnung des Reiseverkehrs gefordert. Die britische Regierung plant, ein Ampelsystem zur Einteilung der Reiseländer nach Infektions- und Impfstand einzuführen. Damit soll ein sicherer Reiseverkehr ermöglicht werden. Der ursprünglich vorgestellte Plan sah eine Öffnung des internationalen Reiseverkehrs erst zum 17. Mai vor.

Folgende Stufen des Öffnungsplans hatte Premierminister Johnson am 22. Februar der Öffentlichkeit präsentiert:

  • 12. April: Öffnung des "nicht essenziellen" Einzelhandels, Friseure, Nagelstudios sowie Gastronomie im Außenbereich. Öffnung von öffentlichen Einrichtungen wie Museen und Bibliotheken, Zoos und Freizeitparks – Besucher verschiedener Haushalte dürfen sich aber nicht mischen.
  • 17. Mai: Alle Einschränkungen für Treffen unter freiem Himmel fallen weg. Erlaubt sind Treffen von bis zu 30 Personen. Im Innenbereich dürfen sich sechs Personen treffen. Die Innenbereiche von Pubs, Restaurants, Hotels, Kinos usw. dürfen wieder öffnen. Sportveranstaltungen dürfen mit Zuschauern stattfinden – aber mit limitiertem Kontingent.
  • 21. Juni: Alle Kontakteinschränkungen fallen weg. Die letzten geschlossenen Bereiche wie etwa Nachtklubs und Diskotheken dürfen öffnen. Größere Events und Festivals dürfen stattfinden.

Begleitet wird der Plan von einer umfassenden Testkampagne. Jedem Bürger des Vereinigten Königreichs sollen wöchentlich zwei Corona-Tests zur Verfügung gestellt werden. Johnson machte in einer Erklärung deutlich:

"Da unser Impfprogramm weiterhin gut voranschreitet und unser Plan für vorsichtige Öffnungsschritte anläuft, ist das regelmäßige Schnelltesten umso wichtiger, damit wir sicherstellen, dass unsere Erfolge nicht zunichtegemacht werden."

Mehr als die Hälfte der britischen Bevölkerung hat nach Angaben von Reuters bereits die erste Impfdosis eines Corona-Impfstoffes von AstraZeneca oder BioNTech/Pfizer erhalten.

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Video zum Thema - Großbritannien beginnt mit Lockerung (Stufe 1 des Öffnungsplans, 8. März):