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Volksmiliz in Donezk: Ein Kind bei ukrainischem Drohnenangriff getötet

Bei einem Drohnenangriff der ukrainischen Armee auf dem Territorium der Volksrepublik Donezk (DVR) soll ein Kind getötet und eine Frau verletzt worden sein. Dies meldete am Samstag die Volksmiliz der DVR in ihrem Telegram-Kanal.
Volksmiliz in Donezk: Ein Kind bei ukrainischem Drohnenangriff getötetQuelle: Sputnik © Sergei Awerin

Im Dorf Alexandrowskoje in der Nähe von Jenakijewo nördlich von Donezk soll bei einem Drohnenangriff der ukrainischen Armee am Samstag ein Kind getötet und eine Frau verwundet worden sein. Dies meldet die Nachrichtenagentur DAN mit Verweis auf die Leitung der Volksmiliz der Volksrepublik Donezk (DVR).

Nach Angaben der Volksmiliz der DVR in ihrem Telegram-Kanal nutzte die ukrainische Seite ein unbemanntes Luftfahrzeug, um einen Sprengsatz über einem Hof in Alexandrowskoje auf dem Gebiet der Volksrepublik abzuwerfen:

"In diesem Moment befanden sich zwei Zivilisten im Hof. Im Ergebnis der verbrecherischen Handlungen der ukrainischen Militanten kam ein im Jahr 2016 geborenes Kind ums Leben, und eine im Jahr 1954 geborene Ortsansässige erlitt Wunden von unterschiedlichem Schweregrad. Sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert, wo ihr die notwendige medizinische Versorgung zukam."

Die DVR forderte Vertreter der OSZE-Sonderbeobachtungsmission auf, den Angriff der ukrainischen bewaffneten Kräfte zu protokollieren und von der ukrainischen Seite eine detaillierte Untersuchung des Vorfalls zu verlangen, um die Verantwortlichen zu identifizieren und vor Gericht zu stellen.

Nach Angaben der DVR wurde bereits am 22. März ein Bewohner des Dorfes Alexandrowka westlich der Stadt Donezk von einem ukrainischen Scharfschützen getötet. Die Verletzungen des Waffenstillstandes durch die ukrainische Seite häuften sich in letzter Zeit und würden intensiver, so Vertreter der "Volksrepublik". 

Demnach haben bewaffnete Formationen der Ukraine den Waffenstillstand allein am 2. April achtmal verletzt und dabei knapp 60 Geschosse auf das Gebiet der Volksrepublik Donezk abgefeuert. Dies vermeldete am Samstag die Vertretung der DVR im Gemeinsamen Zentrum für Kontrolle und Koordinierung der Waffenstillstandsauflagen (JCCC):

"In den vergangenen 24 Stunden gab es insgesamt acht Verstöße gegen die unbefristete Waffenruhe durch ukrainische bewaffnete Formationen. Die Gesamtzahl der von den bewaffneten Formationen der Ukraine verschossenen Munition beträgt 59."

Die Mission listete das Oktjabrski Mikrorajon (Wohngebiet), das "Volvo-Zentrum", das Dorf Staromichailowka sowie die Dörfer Spartak und Jakowlewka in der Umgebung von Donezk als unter Beschuss geraten auf. Dabei sollen Mörser, Waffen von Schützenpanzern sowie Granatwerfer eingesetzt worden sein.

Am Morgen des 3. April hätten die ukrainischen Streitkräfte Mörser im Kaliber 120 Millimeter in Richtung der Siedlung Schabunki in den nördlichen Vororten von Donezk eingesetzt. Dies wurde am selben Tag von der Vertretung der DVR an das JCCC vermeldet. Das Feuer wurde demnach von der Siedlung Peski aus eröffnet, die von den ukrainischen Streitkräften kontrolliert wird; 25 Mörsergranaten sollen dabei in Richtung Schabunki abgefeuert worden sein.

Nach Angaben der ukrainischen Armee wurde ebenfalls im Donezker Gebiet bei der Siedlung Schumy ein Soldat durch einen unbekannten Sprengsatz getötet. Davor war über die Verwundung zweier weiterer Soldaten der ukrainischen Streitkräfte informiert worden.

Das Internationale Rote Kreuz wies unterdessen darauf hin, dass der Donbass zu den am stärksten verminten Gebieten weltweit zähle. Vor allem Kinder stießen beim Spielen immer wieder auf explosive Überreste und würden verletzt oder getötet, hieß es in einer Mitteilung.

Seit Jahresbeginn starben trotz geltender Waffenruhe auf Seite der ukrainischen Armee nach Angaben der dpa mindestens 22 Soldaten. Im Gebiet der "Volksrepubliken" wurden demnach im gleichen Zeitraum etwa 23 Menschen getötet.

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