Europa

Schweizer Armee verspricht Frauen bequemere Unterwäsche

Die Schweiz will den Armeedienst für Frauen attraktiver machen und beginnt mit einer Bekleidungsänderung. Rekrutinnen sollen erstmals Damenunterwäsche tragen dürfen. Derzeit besteht die Standarduniform für Rekruten – auch für weibliche – nur aus Herrenunterwäsche.
Schweizer Armee verspricht Frauen bequemere UnterwäscheQuelle: AFP © FABRICE COFFRINI

Frauen machen etwa ein Prozent der Schweizer Streitkräfte aus. Laut Statista dienten im Jahr 2020 rund 1.500 Frauen in der Schweizer Armee. Das Alpenland hofft aber, den Frauenanteil bis 2030 auf zehn Prozent zu erhöhen. Anfangen will man bei etwas Selbstverständlichem – der Unterwäsche. Derzeit erhalten sowohl Frauen als auch Männer in der Schweizer Armee die gleiche Unterwäsche. Ab dem kommenden Monat sollen Soldatinnen im Rahmen eines Truppenversuchs aus zwei Bekleidungsoptionen für die wärmere und die kältere Jahreszeit wählen dürfen, die auf spezielle Bedürfnisse von Frauen angepasst sind.

Marianne Binder, Mitglied des Schweizerischen Nationalrates, sagte, dass eine geeignetere Unterwäsche Frauen dazu ermutigen würde, sich für den Militärdienst zu bewerben. Sie forderte:

"Die Ausrüstung ist auf Männer konzipiert, aber wenn die Armee wirklich weiblicher werden soll, braucht es entsprechende Maßnahmen."

Kaj-Gunnar Sievert, Sprecher von Armasuisse, dem Ausrüster der Schweizer Armee, kritisierte, dass Bekleidung und andere vom Militär ausgegebene Gegenstände veraltet seien. Die letzte Uniformbeschaffung in der Schweiz stamme aus den 1980er Jahren. Er versprach, dass auch Änderungen in Bezug auf Kampfkleidung, Schutzwesten und Rucksäcke in Betracht gezogen würden. Der Fokus werde auf Passform und Funktionalität liegen.

Major Tamara Moser, Leiterin des Projektes "Armee und Fraueninklusion", bemängelte, dass die Ausrüstung noch immer nicht an Frauenkörper angepasst sei. "Das zeugt nicht nur von fehlender Wertschätzung, sondern kann gerade bei Einsätzen sogar gefährlich werden, wenn die Ausrüstung die Bewegungsfreiheit hindert", sagte sie im Interview mit Blick.  

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